Wie gefährlich kann Ihnen Homocystein werden?
Jeder vierte Herzinfarkt wäre vermeidbar, wenn ein zu hoher Homocysteinspiegel im Blut gesenkt würde. Dass auch die Substanz Homocystein eine mögliche Gefahr für die Entstehung von Herz- Kreislauf-Erkrankungen ist, wissen die wenigsten. Die Ursache für einen zu hohen Homocysteinspiegel ist meist ein Vitaminmangel. Neuerdings gilt Homocystein unter Experten als ernsthafter Risikofaktor für Herzkreislauf-Erkrankungen. Zu viel Homocystein verletze nachweislich die Wände der Blutgefäße, lasse das Blut schneller verklumpen, fördere die Arterienverkalkung und damit auch die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall, sagen sie. Jeder zweite über Fünfzigjährige soll nach ihren Erkenntnissen zu hohe Werte aufweisen. In letzter Zeit werde auch immer häufiger der Verdacht genährt, dass ein zu hoher Homocystein-Spiegel maßgeblich an der Entwicklung von Demenz-Erkrankungen und Alzheimer beteiligt sein könne.
Zu viel Homocystein im Blut kann dazu führen, dass sich die Arterien verengen und die Gefäßwände verhärten. In der Folge wird der Blutfluss behindert. Zusätzlich lässt ein Übermaß an Homocystein das Blut auch leichter verklumpen, was die Blutversorgung in manchen Organen wie Herz oder Gehirn schwer beeinträchtigen oder zum Erliegen bringen kann.

Was ist Homocystein?
Homocystein ist eine körpereigene Substanz, die beim Abbau von Eiweiß entsteht. Sie besteht aus den Eiweißen Methionin und Cystein und ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die von einer bestimmten Konzentration an schädlich werden kann und deshalb entsorgt werden muss. Da es ein starkes Zellgift ist, wird es im Körper normalerweise rasch wieder unschädlich gemacht. Maßgeblich beteiligt am Abbauprozess von Homocystein sind die Vitamine B12 (Cobalamin), B6 (Pyroxidin) und B 9 (Folsäure). Eine Unterversorgung mit diesen Vitaminen ist die Hauptursache für einen zu hohen Homocysteinspiegel.
Grundsätzlich nimmt die Homocystein-Menge im Blut mit dem Alter zu. Bei über 60jährigen beschleunigt sich dieser Anstieg noch einmal deutlich. Männer haben in jüngeren Jahren oft höhere Werte als Frauen. Nach den Wechseljahren gleicht sich das wieder aus. Dann liegen die Frauen an der Spitze.
Ursachen für den Anstieg des Homocysteins: Vitaminmangel , Rauchen, Kaffee, Alkohol, Nierenfunktionstörungen, Psoriasis, rheumatoide Arthritis. Medikamente wie Theophyllin, Lipidsenker , Antifolate, Antiepileptika, Metformin, Omeprazol, L-Dopa, Aminoglutethimid, Ciclosporin A und eventuell hormonelle Verhütungspillen.

So können Sie einem erhöhten Homoncystein-Spiegel vorbeugen
Schon durch eine Änderung Ihres Speiseplans können Sie dafür sorgen, dass es bei Ihnen nicht zu einem Versorgungsengpaß der Vitamine kommt, die am Abbau von Homocystein beteiligt sind.

Folsäure: Dies ist das Vitamin, an dem es vielen nach aktuellen Erkenntnissen am häufigsten mangelt. Die empfohlene Menge liegt zwischen 400 und 600 Mikrogramm pro Tag. Doch bei zu vielen steht immer noch zu wenig Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Pro Tag sollen es laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung etwa 700 Gramm sein, der Durchschnittsbürger bringt es gerade mal auf etwa 230 bis 260 Gramm täglich. Bekannt wurde die Folsäure vor allem, weil eine Unterversorgung vor und während der Schwangerschaft das Risiko von Fehlbildungen beim ungeborenen Kind erhöht. Neuere Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass Folsäure den Homocysteinspiegel im Blut senkt. Damit wird auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen geringer. Es stärkt die Immunabwehr und schützt möglicherweise auch vor Alzheimer, Demenz oder Parkinson. Nervenstärke, Dynamik, Zufriedenheit, Stimmung, Zellerneuerung, Wachstum, Magen, Darm, es ist bei der Bildung von Blutkörperchen und Schleimhautzellen beteiligt. Außerdem wichtig für das Erbgut.
So erhalten Sie genügend Folsäure:
Folsäure steckt in Leber, Vollkornprodukten, grünen Blattgemüsen, Brokkoli, Hülsenfrüchten, frischem Obst wie Kirschen und Erdbeeren, Eigelb, Soja, Hefe, Nüssen, Weizenkeimen, Fenchel, Spargel, Linsen, Blumenkohl, Haferflocken und Kartoffeln. Leider ist Folsäure sehr empfindlich gegen Licht, Sauerstoff und Hitze. Essen Sie möglichst jeden Tag ein grünes Gemüse sowie frisches Obst und salzen Sie mit Salz, dem Folsäure zugesetzt wurde. Bei Schwangeren kommt es heute häufiger zu einer Mangelsituation. Hier ist unter Umständen ein Folsäure-Präparat sinnvoll, um Missbildungen zu vermeiden.
Vitamin B 6 (Pyroxidin): Dieses Vitamin reguliert wichtige Vorgänge im Eiweißstoffwechsel, es beeinflusst das Wachstum, stärkt das Immunsystem und beeinflusst Blutbildung, Blutgerinnung, Blutzuckerspiegel, Magensäure und Nerven. Ein gravierender Mangel zeigt sich an Wachstumsstörungen (etwa der Haut), Reizbarkeit und Schlafstörungen. Der Tagesbedarf wird mit 2 Milligramm angegeben.
So erhalten Sie genügend Vitamin B 6: Vitamin B6 steckt vor allem in Fleisch, Fisch, Innereien, Huhn, Gans, Bananen, Vollkorn, Weizenkeimen, Bierhefe, Avocado, Kartoffeln, Gemüse und Nüssen. Wenn Sie sich ausgewogen und frisch ernähren, kommt es zu keinen Mangelerscheinungen, denn das Vitamin ist in fast allen Nahrungsmitteln zu finden.
Vitamin B 12 (Cobalamin): Auch dieses Vitamin wird für das Wachstum benötigt. Es stärkt das Nervensystem und beeinflusst Blutbildung, Energie- und Eisenstoffwechsel, Knochenbau und die generelle Fitness. Vitamin B 12 kann vom Körper nicht direkt aufgenommen werden, es muss sich vorher im Magen mit einem anderen Stoff verbinden, um im Darm resorbiert werden zu können. Wer unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leidet, entwickelt unter Umständen einen Vitamin B12-Mangel. Allerdings dauert das sehr lange, denn B 12 kann in der Leber und in den Muskeln gespeichert werden. Mangelerscheinungen sind infolgedessen selten. Empfohlene Tagesmenge ist 1 Mikrogramm.
So erhalten Sie genügend Vitamin B 12: Vitamin B 12 steckt nur in tierischen Lebensmitteln - also Fleisch, Innereien wie Hühnerleber, Hering, Makrelen, Ölsardinen, Forelle, Eier, Milch, Joghurt und außerdem in Hefe. Gönnen Sie sich ab und an ein Stück Fleisch und essen Sie regelmäßig Fisch. Veganer brauchen zum Ausgleich ein Vitamin B 12-Präparat, denn bei ihnen kommt es vergleichsweise häufig zu Mangelerscheinungen wie Blutbildveränderungen oder Schädigungen des Nervensystems