Alzheimer begegnen und vorbeugen

30 Millionen Alzheimer-Patienten versprechen gigantische Umsätze
Entzündungshemmende Medikamente jedoch gibt es längst. Mit ihnen lässt sich kaum Umsatz machen. Bei einem potentiellen Kundenkreis von weltweit etwa 30 Millionen Alzheimer-Patienten lässt sich doch kein wirtschaftlich denkender Konzern die möglichen Gewinne durch die Lappen gehen.

Gewinne, die mit Hilfe von neuen patentierbaren Alzheimer-Medikamenten erzielt werden können – ob diese dann letztendlich helfen oder nicht, spielt keine Rolle. Die Entwicklung von Medikamenten benötigt viel Zeit. Bis zu ihrem endgültigen Einsatz beim Patienten vergehen erneut viele Jahre. Wenn nun mitten in dieser Entwicklungs- oder Testphase erkannt wird, dass die bisherige Theorie möglicherweise falsch ist, dann bedeutet das nicht automatisch, dass man sich sofort – unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse – auf die Entwicklung neuer Medikamente stürzt. Das käme hohen Verlusten gleich.

Also werden auch eigentlich völlig nutzlose (oder im schlimmsten Fall nebenwirkungsreiche) Medikamente schließlich an den Mann (oder die Frau) gebracht. Medikamente, von denen man (in Insiderkreisen) längst weiß, dass sie auf der falschen Theorie beruhen und daher gar keine vorteilhafte Wirkung haben KÖNNEN.

Die beste Möglichkeit, der Alzheimer-Krankheit zu begegnen bzw. ihr vorzubeugen, besteht angesichts dieser Überlegungen und der wenig vertrauenswürdigen Alzheimer-Medikamente in einer möglichst gesunden Lebens- und Ernährungsweise
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Neben einer Entfernung möglicher Entzündungsherde im Mund (etwa durch tote Zähne) verspricht eine gesunde Ernährung, die reich an Antioxidantien, also Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen ist, den besten Schutz vor möglichen Entzündungen (auch im Gehirn).

Immer mehr Untersuchungen weisen auf die bei Alzheimer positiven Auswirkungen von Vitamin E, Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen hin, wie z. B. Quercetin in Zwiebeln und Schnittlauch, Curcumin in Kurkuma, Resveratrol in Trauben etc.

Des weiteren soll eine Ernährung, die reich an tierischen Fetten ist, Alzheimer begünstigen, während Omega-3-Fettsäuren aus beispielsweise Leinöl oder DHA-Öl den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit hinauszögern könnten.

15.07.2011 Alzheimer: Traubenkernextrakt (OPC) schützt vor Gedächtnisverlust
München (netdoktor.de) - Polyphenole aus Traubenkernen können helfen, Alzheimer vorzubeugen oder das Fortschreiten einer bestehenden Erkrankung zu verlangsamen. Offenbar verhindert der Traubenkernstoff, dass sich die toxischen Alzheimer-beta-Amyloide bilden. Diese Eiweißbruchstücke lagern sich im Gehirn ab und zerstören die Nervenzellen. Die Schutzwirkung von Polyphenolen entdeckten Forscher der Mount Sinai School of Medicine. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Alzheimer's Disease" erschienen (doi: 10.3233/JAD-2011-110383).

Die Wissenschaftler verabreichten Mäusen, die genetisch darauf programmiert waren, Alzheimer-ähnliche Symptome zu entwickeln, Polyphenol-haltigen Traubenkernextrakt. Wie sich zeigte, führte die Behandlung dazu, dass sich die Menge eines bestimmten beta-Amyloids, das bekannterweise für den Gedächtnisverlust verantwortlich ist, deutlich reduzierte.

"Da es Polyphenole auch als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen gibt und selbst nach langer Einnahme keine unerwünschten Wirkungen auftreten, steht damit vielleicht ein neuer Ansatz zur Vorbeugung oder zur Behandlung von Alzheimer zur Verfügung", sagt Studienleiter Giulio Maria Pasinetti. Zumindest für die präventive Anwendung müssen aber noch einige Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Noch fehlt ein Biomarker, mit dessen Hilfe Risikopersonen sehr früh identifiziert werden könnten. (kr)

20.07.2011 Alzheimer: Jeder zweite Fall vermeidbar
München (netdoktor.de) - Mehr als 35 Millionen Menschen weltweit leben heute mit Alzheimer. Mit der steigenden Lebenserwartung wird sich diese Zahl in den nächsten Jahrzehnten verdreifachen, schätzen Experten. Dabei wäre jeder zweite Fall durch einen gesünderen Lebensstil vermeidbar, haben US-Forscher errechnet. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Fachzeitschrift "Lancet Neurology" vor (doi:10.1016/S1474-4422(11)70072-2).

"Einfache Lebensstilveränderungen wie mehr körperliche Aktivität und Rauchverzicht können das Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen erheblich senken", erklärt Studienleiterin Deborah Barnes von der University of California in San Francisco.

Bekannte Risikofaktoren für Demenz sind neben Rauchen und Bewegungsarmut auch geistige Inaktivität, Diabetes, Depressionen, Übergewicht und Bluthochdruck in den mittleren Lebensjahren. Alle zusammen sind für etwa die Hälfte aller Demenzfälle verantwortlich, haben die Wissenschaftler errechnet. Nun ist es natürlich unrealistisch, dass plötzlich alle Menschen zu einem idealen Lebensstil finden. Doch schon eine Reduzierung der bekannten Risikofaktoren um 10 bis 25 Prozent könnte Millionen Menschen eine Demenz ersparen. (cf)