Spirulina Algen – das Portrait

Im Vergleich zu Chlorella enthält Spirulina deutlich weniger Chlorophyll. Dafür kompensiert es diesen Nachteil durch einen deutlich höheren Proteinanteil, der bei über 70 Prozent liegt. Aber schauen wir doch mal genauer hin, was uns Spirulina zu bieten hat.

„Blau-Algen“, und hier besonders Spirulina, haben eine vergleichsweise primitive Struktur mit wenigen Stärkespeichern in den Zellen und einer wenig entwickelten Zellmembran. Dafür sind sie jedoch reich an Ribosomen, die für die Proteinproduktion verantwortlich sind. Diese spezielle Anordnung erlaubt eine schnelle Photosynthese und Proteinproduktion.

Die Abwesenheit von harten Zellwänden erlaubt die rasche und problemlose Assimilation der Spirulina-Proteine durch die Organismen, die die Cyanobakterien vertilgen. Spirulina-Proteine gelten als biologisch komplett, da sie alle 8 essentiellen Aminosäuren anbieten können und das in einem physiologisch entsprechend richtigem Verhältnis.

Unter normalen Bedingungen werden Proteine im Verdauungsprozess zerlegt und resorbiert. Probleme bei der Verdauung kann dann eine ordnungsgemäße Aufspaltung in Peptide und Aminosäuren verhindern und die Bioverfügbarkeit mindern. Spirulina bietet alle erforderlichen Aminosäuren in einer Form an, die 5 mal besser zu verdauen ist als Fleisch oder Sojaprotein.

Neben den essentiellen Aminosäuren bietet Spirulina auch noch eine Reihe von nicht-essentiellen Aminosäuren an: Spirulina kann 10 von 12 nicht-essentiellen Aminosäuren anbieten.

„Nicht-essentiell“ heißt nicht etwa, dass diese Aminosäuren vom Körper nicht unbedingt benötigt werden. Es heißt vielmehr, dass der Körper bei Bedarf diese Aminosäuren selbst herstellen kann. Dafür müssen aber die notwendigen Materialien seitens der Nährstoffe vorliegen. Auf der anderen Seite hat der Organismus weniger Arbeit zu verrichten, wenn die nicht-essentiellen Aminosäuren schon „schlüsselfertig“ zur Verarbeitung vorliegen.

Nicht nur die Proteine und Aminosäuren sind wichtig für eine komplette Ernährung. Ohne die entsprechenden Mineralien ist ein normales Funktionieren des Organismus nicht denkbar.

Spirulina kann in Gewässern existieren, die mit Mineralien gesättigt sind und wo kaum eine andere Bakterien- oder gar Pflanzenart gedeihen würde. Spirulina gedeiht in alkalischen Gewässern, was seinen basischen Charakter ausmacht, und nimmt eine Reihe von Mineralien in seine Zellen auf.

Spirulina transformiert die Mineralien in eine organische Form, indem es Chelate mit Aminosäuren bildet (Chelat = Verbindung von Metall mit Aminosäuren oder Proteinen) und daher vom Organismus viel besser aufgenommen werden kann.

Hier die Liste von Mineralien und Mikronährstoffen, die bei Spirulina zu finden sind:
Kalium,
Kalzium,
Zink,
Magnesium,
Mangan,
Selen,
Eisen,
Phosphor usw.

Ein Blick auf die Vitamine verrät uns, dass auch hier Spirulina einiges zu bieten hat:
Vitamin B1,
Vitamin B2,
Vitamin B3,
Vitamin B5,
Vitamin B6,
Vitamin B9,
Vitamin B12,

Ein weiterer interessanter und nicht unwichtiger Bestandteil, den Spirulina bieten kann, sind enzymatische Pigmente. Die „Mikro-Alge“ ist trotz ihrer geringen Größe reich an Pigmenten, die biochemisch für das Leben notwendig sind. Denn ohne Pigmente könnten eine Reihe von Organismen keine Enzyme produzieren, die gebraucht werden, um den Stoffwechsel zu betreiben.

Diese sind:

Chlorophyll, Phycocyanin, was dem Bilirubin beim Menschen entspricht und wichtig für die Leberfunktion und Verdauung ist, Porphyrin, der aktive Kernbereich des Hämoglobins, Phycoerythrin, Tetrapyrrol, Phytonadion, die bei metabolischen Prozessen eine Rolle spielen. Ohne sie würden enzymatische Abläufe soweit eingeschränkt werden, dass die Zellfunktion aufhören würde zu existieren.

Bei dieser geballten Ladung von Nährstoffen bleibt natürlich auch die Frage offen, wie es mit den Fetten, den Kohlenhydraten und Kalorien aussieht. Spirulina hat einen Lipidanteil von nur 7 Prozent, der zumeist in Form von essentiellen Fettsäuren vorkommt und der in der Lage ist, sogar Cholesterinspiegel zu senken. Diese Fettsäuren sind Gamma-Linolensäure, Alpha-Linolensäure, Linolsäure, Stearidonsäure, Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) – EPA und DHA sind die elementaren Omega-3-Fettsäuren in Fischöl – und Arachidonsäure.

Spirulina enthält nur sehr wenig Stärke oder Zucker. Diese liegen bei einem Wert zwischen 10 und 15 Prozent und kommen primär als Rhamnose und Glykogen vor. Diese beiden Polysaccharide werden von der Zelle leicht resorbiert mit nur einer geringfügigen Unterstützung seitens des Insulins. Damit kann Spirulina mit seinen „Zuckern“ eine ebenfalls schnelle Energiegewinnung anbieten, ohne die Bauchspeicheldrüse zu belasten oder Unterzuckerungen zu provozieren.

Mit nur 3,9 Kalorien pro Gramm Protein zeigt sich Spirulina als sehr ökonomisch. Um ein Gramm Protein vom Rind zu erhalten, müsste man 65 Kalorien verzehren, also fast 17 mal mehr Kalorien als bei Spirulina. Eine 500 Milligramm Tablette Spirulina enthält etwa 1 bis 2 Kalorien.

Es bleibt noch die Frage nach dem Salzgehalt, besonders wenn das Cyanobakterium aus dem Meer gewonnen wurde. Spirulina jedoch enthält nur 0,2 Milligramm Natrium pro Tablette (500 Milligramm). Dies liegt weit unter der Höchstgrenze von täglich 2000 Milligramm für Hypertoniker.

Gesundheitliche und medizinische Aspekte
Für Spirulina existieren mittlerweile eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen mit verschiedenen therapeutischen Aspekten. So konnte in vitro die Eisen-chelatisierende Wirkung gezeigt werden, die toxische Konzentrationen von Eisen eliminierte.

Im Tierversuch zeigte Spirulina eine kardioprotektive (herzschützende) Wirkung gegen Doxorubicin, ein Krebsmittel (Chemotherapeutikum), ohne die Wirkung des Präparats zu beeinflussen.(2) Nach Schlaganfällen reduziert Spirulina die Schwere des Infarkts und verbessert die Beweglichkeit des Kranken.(3) Dies ist nur eine kleine Auswahl an in vitro und Tier-Versuchen mit Spirulina.

Es gibt aber auch einige Studien mit menschlichen Probanden; z.B. erhöht Spirulina das Körpergewicht von unterernährten Kindern und korrigiert deren Anämie.(4) Es hat gute Wirkung bei der Entgiftung von Vergiftungszuständen durch Arsen gezeigt.(5) Darüber hinaus sind eine Vielzahl von anderen Aspekten untersucht worden, die Spirulina als ein Nahrungsmittel zeigten, mit dem man nicht nur ernährungsbedingte gesundheitliche Probleme korrigieren kann, sondern auch Probleme chronischer Natur.

Besonderheiten
Wussten Sie, dass Spirulina sowohl von der NASA als auch von der European Space Agency (ESA) als eines der Hauptnahrungsmittel für Langzeit-Raumfahrt-Missionen vorgesehen ist.

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