Die große Cholesterin-Panik oder das Märchen vom bösen Cholesterin

Wohin man auch schaut, überall entdeckt man es: das ach so böse Cholesterin! Sie brauchen nur einen Blick in eine der vielen Apotheken-Zeitschriften zu werfen. Sie werden nicht lange suchen müssen, um eine Warnung vor überhöhten Cholesterinwerten zu finden. Die vielen Warnhinweise von Ärzten, Medizin-Journalisten und selbsternannten Gesundheits-Experten lassen den Eindruck entstehen, hohe Cholesterinwerte seien ... die größte Gesundheits-Gefahr seit Bestehen der Menschheit!

Für die Lebensmittel-Industrie sind diese Warnungen ein gefundenes Fressen, hat sie doch hier eine echte Markt-Lücke aufgetan... und kurzerhand im Chemielabor eine Design-Margarine entwickelt, die den Cholesterinspiegel senkt. Für den Hersteller ein voller Erfolg: Die Kunden greifen beherzt zu, die Kasse klingelt.

Und auch die Pharma-Industrie verdient kräftig an der großen Cholesterin-Panik. Die cholesterinsenkenden Statine gehören zu den meistverordneten Medikamenten überhaupt... und spülen jedes Jahr Milliarden in die Kassen der großen Pharma-Konzerne!

Dabei ist nicht erst seit dem Lipobay- Skandal klar, dass Statine schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Für mindestens 104 Patienten endete die Lipobay-Einnahme mit dem Tod! Da ist doch folgende Frage berechtigt: was ist eigentlich gefährlicher – die überhöhten Cholesterinwerte oder die cholesterinsenkenden Medikamente?!

Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden hat starke Hinweise dafür geliefert, dass ein hoher Cholesterinspiegel in der zweiten Lebenshälfte sogar gesundheitliche Vorteile bringen kann. Die Forscher hatten 5.750 Menschen im Alter von 55 bis zu 99 Jahren fast 14 Jahre lang untersucht und beobachtet. Dabei zeigte sich, dass mit jedem Millimol Cholesterin mehr im Blut das Sterberisiko um rund 12 % sank.

Wenig überraschend daher das Fazit der Forscher, dass man hohe Cholesterinwerte bei älteren Menschen „entdramatisieren“ müsse und den Einsatz von Cholesterinsenkern gründlich überdenken.

Dieses Beispiel macht deutlich, wie ungeheuer wichtig es ist, die gängigen Empfehlungen der Schulmedizin kritisch zu hinterfragen. Nach neuen Erkenntnissen zu suchen, wie wir gesünder leben können – ohne Medikamente einnehmen zu müssen!

Bis heute konnte noch keine einzige Studie nachweisen, dass hohe Cholesterinwerte im Blut der Grund für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind. Sie gehören lediglich zu den Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel. Falls Sie also nicht zu der erblich belasteten Gruppe mit weiteren Risikofaktoren gehören, müssen Sie ganz sicher nicht zu Tabletten greifen, um Ihre Cholesterinwerte herunterzudrücken. Hier empfiehlt Frau Professor Elisabeth Steinhagen-Thiessen vom Stoffwechsel-Centrum der Charit in Berlin vor allem eine ausgewogene Ernährung die weitgehend auf ungesättigte Fettsäuren verzichtet und Bewegung. Dreimal wöchentlich 20 Minuten Bewegung seien dabei die wirksamste Waffe gegen zu hohe Cholesterinwerte. Denn durch die körperliche Aktivität werde das LDL-Cholesterin um acht bis zehn Prozent gesenkt und das HDL gleichzeitig erhöht.