Mammografie: Geschäft mit der Angst? - Quelle: Ärzte Zeitung

Frauen in Deutschland (und natürlich auch in der Schweiz) überschätzen den Nutzen des Mammografie-Screenings – mögliche Risiken sind großenteils unbekannt. Angst vor Krebs ist ein wesentliches Motiv, alles zur „Vorsorge“ zu tun.

Von Anfang an umstritten war die Kommunikation – besser gesagt: die Propaganda –, mit der das Screening promoted wurde. Dazu wurde vor allem in der Startphase der relative Rückgang der Brustkrebsmortalität um 25 bis 30 Prozent thematisiert. Inzwischen ist in den Aufklärungsmaterialien allerdings der absolute Rückgang – fünf von tausend Frauen – gebräuchlich.

Das Ergebnis des Gesundheits-Monitors mit insgesamt mehr als 1800 ausgewerteten Fragebögen ist eindeutig: Die betroffenen Frauen überschätzen den Nutzen um ein Vielfaches, die Risiken sind teils unbekannt, teils werden sie unterschätzt.

Screening-Nutzen wird überschätzt
Die Ergebnisse im Einzelnen: Aus den Informationen des GBA-Faltblatts, das die Frauen mit der Einladung erhalten, sollte bekannt sein, dass fünf von 1000 Frauen zusätzlich binnen 20 Jahren bei zehnmaliger Untersuchung vor dem Brustkrebstod bewahrt werden können.

Etwa die Hälfte der befragten Frauen hat keine konkrete Vorstellung. Nur zwei Prozent nannten den richtigen Wert. 1,5 Prozent sehen einen niedrigeren Nutzen. Im Durchschnitt glauben die Teilnehmerinnen an der Umfrage, dass 237 von 1000 Frauen durch systematisches Screening profitieren.

Nicht zuletzt liegt dies aber auch an der Dämonisierung der Krankheit „Krebs“, die das kalte Kalkül nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung in den Hintergrund treten lässt und persönliche Betroffenheit dominant macht.

Vor allem, wenn in der eigenen Familie oder im Freundeskreis Krebs aufgetreten ist und zum Tode geführt hat – oder auch, wenn Krebs rechtzeitig entdeckt und erfolgreich behandelt worden ist. Dann gilt: Auch nur ein einziges gerettetes Menschenleben lässt das Screening gerechtfertigt erscheinen.

Bei den Risiken fällt auf, dass vor allem die Möglichkeit falsch-positiver Befunde zu 46 Prozent nicht bekannt ist und zu 19 Prozent angegeben wird, diese gäbe es nicht. Damit korreliert, dass 53 Prozent der Frauen nicht wissen, dass nach einer Mammografie weitere Untersuchungen notwendig sein können.

Dennoch fühlen sich 75 Prozent der Frauen überwiegend gut oder sogar sehr gut informiert – auch eine falsche Selbsteinschätzung.

Wobei Frauen mit höherer Schulbildung (Abitur) skeptischer sind als Hauptschulabsolventinnen (knapp 50 zu gut 70 Prozent). Das sind Diskrepanzen, die an wohlinformierten Entscheidungen mündiger Bürger zweifeln lassen.

Dierks und Schmacke vermuten, dass die seit Jahren verkündete Botschaft „Früherkennung“ so verinnerlicht worden ist, „dass (Frauen) mögliche unerfreuliche Folgen falsch positiver Ergebnisse als der Methode immanent ansehen und sie für den Nutzen eines Schutzes vor Krebs in Kauf nehmen“.

Und dass vielleicht so manche Frau sich nicht dem Vorwurf aussetzen möchte, sie hätte eine Präventionschance vergeben.

publiziert am: 19.2.2014 12:00 Autor: Helmut Laschet Quelle: Ärzte Zeitung

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Mammografie Reihenuntersuchung fragwürdig ?
von René Gräber, Heilpraktiker

Wie es aussieht, wird die Liste der Vorteile einer Routineuntersuchung auf Brustkrebs per Mammografie immer kürzer. Seit Juni 2013 jedoch scheint von der offiziellen Positiv- und Vorteilsliste nichts mehr übrig geblieben zu sein. Denn eine Studie aus Großbritannien [Breast cancer mortality trends in England and the assessment of the effectiveness of mammography screening: population-based study] konnte zeigen, dass die von der Schulmedizin benutzten Statistiken jeder Grundlage entbehren.

Immerhin kommt diese Studie aus der Universität Oxford, einer weltweit renommierten Institution. Und diese Studie zeigt, dass die Zahl der Todesfälle aufgrund von Brustkrebserkrankungen in den letzten 40 Jahren nicht zurückgegangen ist. Es gibt Zahlen, die zeigen, dass kurz vor der Einführung der Routineuntersuchungen (Screening) per Mammografie vor rund 40 Jahren die Todesraten leicht rückgängig waren. Dieser Effekt war jedoch kein Effekt, der auf die Mammografie-Vorsorgeuntersuchung zurückzuführen war, da er viel zu früh eingesetzt hatte. Erst kurz danach wurde dann die Mammografie als Vorsorgeuntersuchung routinemäßig eingesetzt und „beworben“. Der medizinische Erfolg wurde von der Schulmedizin dann als ein 20-prozentiger Rückgang der Todesraten ausgewiesen und gefeiert. Das britische „Department of Health“ gab erst letztes Jahr diese Zahlen bekannt. Die Oxford-Studie jedoch verweist diese Ergebnisse ins Reich der schulmedizinischen Märchen.

Schlimmer noch. Neben den weiter oben erwähnten 10 Prozent nicht durch die Prozedur entdeckten Brustkrebsfällen gibt es das umgekehrte Szenario. Dann nämlich, wenn kerngesunde Frauen gesund zur Untersuchung gehen und mit einem Horrorbefund angeblich krank nach Hause gehen. Laut Statistik kommen auf einen richtig erkannten Fall von Brustkrebs drei falsch positive Befunde.

Unter dem Strich lässt sich sagen, dass nach heutigem Stand der Erkenntnisse die Mammografie KEIN Leben rettet, potentiell für Brustkrebsfälle sorgt durch die Röntgenstrahlen, die bei der Untersuchung eingesetzt werden und auf jeden richtig erkannten Fall drei Schein-Patienten zusätzlich kreiert. Eine besonders bösartige Zunge würde bei diesem Szenario behaupten wollen, dass die Wirksamkeit der Mammografie sich nur auf die marketinggerechte Erfindung von Erkrankungen beschränkt, die jeder fürchtet und schnellst möglich therapiert haben möchte.

Aber die „Droh-Medizin“ wäre kein neues Phänomen in der Schulmedizin. Ein beredtes Beispiel dieser Art ist die Diskussion um Impfungen, besonders die HPV-“Vorsorge“-Impfung. Auch hier werden Wirksamkeitszahlen in den Raum geworfen, von denen unter dem Strich und bei näherem Hinsehen nur noch wenig übrig bleibt [Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs mehr als umstritten]. Und selbst der große Meister, Prof. zur Hausen, gibt in einen Interview zu, dass das mit der Wirksamkeit der „Vorsorge“-Spritze noch nicht so ganz bewiesen ist [Rohes Fleisch und seine Krebsviren].

Das einzige, was bleibt bei Mammografie-Screening und HPV-Vorsorge-Impfung, ist die evidenzbasierte Drohung an die Patienten, die dazu gemacht werden, sich der Schulmedizin bedingungslos zu unterwerfen.