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>> Schlaf: Schutzschild gegen Erkältung
Kaum fallen die Temperaturen, kämpfen viele mit Husten, Schnupfen und Co. Dabei gibt es einen einfachen Trick, mit dem jeder den Erkältungsviren ein Schnippchen schlagen kann.

Schlafmangel schwächt das Immunsystem – das ist seit Längerem bekannt. Nun haben Aric Prather und Kollegen von der University of California dieses Phänomen am Beispiel der Erkältung genauer untersucht. Dafür suchten sie sich 164 Probanden und behielten deren Schlafdauer ab einer Woche vor Versuchsbeginn genau im Blick. Dabei half den Forschen ein Sensor, der einer Armbanduhr ähnelte. In einem Fragebogen gaben die Testpersonen zusätzlich Auskunft über ihr Stressniveau sowie Alkohol- und Zigarettenkonsum. Diese Immunsystemkiller berücksichtigten die Forscher anschließend bei der statistischen Auswertung der Daten.

Nach einer so überwachten Woche traten die Teilnehmer im Labor an und setzten sich im Namen der Forschung ganz bewusst Rhinoviren aus. Diese typischen Erkältungsverursacher wurden den Probanden mithilfe von Nasentropfen direkt auf die Nasenschleimhaut aufgetragen.

Vier Mal so häufig erkältet
Von dort aus fallen die Viren in den Körper ein, vermehren sich und lösen die bekannten Erkältungsbeschwerden aus. Zumindest, wenn das Immunsystem es nicht schafft, sie rechtzeitig abzuwehren. Und tatsächlich war die Fähigkeit den Plagegeistern Einhalt zu gebieten, bei den Probanden sehr unterschiedlich.

Am häufigsten bahnten sich die Viren erfolgreich ihren Weg bei denjenigen, die in der Woche zuvor durchschnittlich weniger als fünf Stunden geschlafen hatten. Diese Kurzschläfer erlagen 4,5 Mal häufiger einer Erkältung als Probanden, die sich mehr als sieben Stunden Nachtruhe gegönnt hatten. Auch weniger als sechs Stunden schlummern, ist für das Immunsystem nicht genug: Wer zwischen fünf und sechs Stunden schlief, bekam immer noch 4,2 Mal öfter eine Schniefnase.

Von allen Faktoren, die in der Studie berücksichtig wurden, war ausreichend Schlaf mit Abstand das beste Schutzschild gegen die Erkältungsviren. „Egal wie alt die Leute waren, ob sie rauchten oder viel Stress hatten, Schlafmangel bleib der Haupttreiber für die Erkältungsanfälligkeit“, sagt Studienleiter Prather.

Schlaf als Schlüssel zur Gesundheit
Schlaf sei eine tragende Säule der öffentlichen Gesundheit – genau wie Ernährung und Bewegung, schreiben die Wissenschaftler. Aber in unserer Gesellschaft hat die Nachtruhe oft einen geringen Stellenwert. „Viele Menschen sind stolz darauf, dass sie viel arbeiten und dafür wenig schlafen“, so Prather. „Wir brauchen mehr Studien wie diese, die zeigen, dass Schlaf ein Schlüsselfaktor des Wohlbefindens ist.“

Quelle: University of California San Francisco: Short Sleepers Are Four Times More Likely to Catch a Cold, 31.08.2015.

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>> Die Lösung im Kampf gegen Diabetes und Übergewicht? - @NetDoktor.de
Lassen Muffins oder Karotten den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen? Die Antwort ist nicht so einfach wie bisher angenommen: Offenbar reagieren Menschen auf ein- und dasselbe Nahrungsmittel sehr unterschiedlich. Demnach ist womöglich nur eine personalisierte Diät wirklich effektiv.

Beeinflusst wird der Blutzuckerspiegel in erster Linie durch das Essen. Viele Menschen orientieren sich daher in puncto Ernährung am sogenannten Glykämischen-Index (GI). Er soll aufzeigen inwieweit kohlenhydratreiche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel erhöhen und dabei helfen, die richtigen Nahrungsmittel auszuwählen. Doch erzielt der angegebene GI tatsächlich die gewünschten Blutzuckerwerte?

Blutzuckerspiegel im Visier
Dieser Frage gingen Eran Segel vom Weizmann-Institut in Israel und seine Kollegen nach. Sie überprüften eine Woche lang alle fünf Minuten den Blutzuckerspiegel von 800 Probanden im Alter von 18 bis 70 Jahren. Während dieser Zeit aßen die Teilnehmer jeden Morgen eine von vier vorgegebenen Frühstücksvarianten. Zudem notierten sie sich alle weiteren Nahrungsmittel, die sie zu sich nahmen. Ebenso hielten sie ihr Schlaf- und Bewegungsverhalten fest. Ferner befragten die Forscher die Teilnehmer zu ihrer Gesundheit, bestimmten ihren Body-Mass-Index (BMI), machten Bluttests, überprüften den Glukosewert und entnahmen Stuhlproben.

Gleiche Nahrung, andere Werte
Bei der Analyse der gewonnenen Daten stellten die Forscher fest, dass sich der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels individuell immer sehr ähnlich verhält. Ganz anders war dies jedoch, wenn sie verschiedene Menschen verglichen: So stieg beispielsweise bei einigen Studienteilnehmern der Blutzuckerspiegel nachdem sie Bananen gegessen hatten stark an, nicht aber nachdem sie Cookies vernascht hatten. Bei anderen Teilnehmern war dagegen genau das Gegenteil der Fall.

„Die großen Unterschiede, die wir im Anstieg des Blutzuckerspiegels bei verschiedenen Menschen fanden, die identische Mahlzeiten zu sich genommen hatten, veranschaulichen, warum eine personalisierte Ernährung den Menschen eher helfen kann gesund zu bleiben als eine festgelegte Diät", sagt Segal.
Darmflora beherbergt andere Mikroorganismen

Um die Unterschiede der individuellen Nahrungsmittelverwertung zu verstehen, analysierten die Forscher Stuhlproben aller Probanden. Das Ergebnis: Der Anstieg des Blutzuckers nach einer bestimmten Mahlzeit ging mit dem Vorkommen spezieller Mikroorgansimen einher. Dies untermauert die These, das Fettleibigkeit, Diabetes und andere Erkrankungen offenbar mit dem Auftreten von bestimmten Darmbakterien zusammenhängen.

Individuelle Ernährungsempfehlung vom Computer
„Wir haben auf der Grundlage der Studiendaten persönliche Ernährungsempfehlungen entwickelt, die Fettleibigkeit und Diabetes vorbeugen und behandeln sollen“, sagt Segal. Hierzu entwickelten die Forscher einen Algorythmus, der vorhersagen soll bei welchen Nahrungsmitteln der Blutzuckerspiegel bezogen auf eine Person besonders ansteigt. Ob diese persönliche Ernährungsempfehlung auch effektiv ist, testete das Team eine Woche lang an 26 Probanden. Und tatsächlich blieb der Blutzuckerspiegel der Testpersonen auf einem niedrigen Niveau und wies weniger Schwankungen auf. Zudem erhöhte sich die Anzahl der „guten“ Darmbakterien während der Diät und jene der „schlechten“ nahm ab.

„Interessant wird es, wenn der Nutzen solcher personalisierten Diäten über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten oder sogar Jahren untersucht wird“, schreiben die Forscher. Wenn es gelänge so den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, könnte dies der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten mit einer chronisch gestörten Glukosesteuerung, wie Adipositas oder Prädiabetes dienen.

Quellen: Zeevi D. et al.: Personalized Nutrition by Prediction of Glycemic Responses. Cell (2015). DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2015.11.001

Pressemitteilung des Weizmann Institute of Science vom 19.11.2015

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negativen Effekt von Kochsalz deuteten, diese seien jedoch kritisch zu hinterfragen.
>> Nicht alle Medikamente sind für Senioren geeignet
Nicht nur für Kinder sind einige Medikamente ungeeignet oder sogar gefährlich, sondern auch für Senioren. Denn im Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel. Dadurch können einige Wirkstoffe vom Körper nicht mehr richtig aufgenommen oder abgebaut werden. Stürze, Nierenschäden und Magenblutungen zählen zu den möglichen Folgen. Nichtsdestotrotz verschreiben Ärzte Senioren oft ungeeignete Medikamente.

Eine Analyse der Daten aller Versicherten der Techniker Krankenkasse ab 65 Jahren kommt zu einem bedenklichen Ergebnis: Im Jahr 2012 bekam beinahe jeder Fünfte (19 Prozent), Medikamente verordnet, die in diesem Alter ungeeignet sind oder gefährliche Neben- oder Wechselwirkungen verursachen können, so das Ergebnis des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG). Und dass, obwohl es oft verträglichere Alternativen gibt. 2008 lag der Anteil der Senioren, die unpassende Medikamente erhalten hatten sogar noch etwas höher bei knapp 22 Prozent.

Liste der kritischen Medikamente verfügbar
"Trotz des leichten Abwärtstrends werden nach wie vor viel zu viele kritische Medikamente verordnet", sagt Frank Verheyen, Leiter des WINEG. Erhofft hatten sich die Experten einen deutlicheren Rückgang der Verschreibungen, nachdem im Jahr 2010 die sogenannte Priscus-Liste veröffentlicht wurde. Auf dieser Liste sind 83 für ältere Menschen potentiell ungeeignete Wirkstoffe aufgezählt sowie zudem alternative Arzneimittel.
"Doch das Verordnungsverhalten der Ärzte hat sich aufgrund der Priscus-Liste offenbar nicht grundlegend verändert", so Verheyen. Ein Blick auf Dänemark zeige, dass es auch anders geht: Dort erhielten nur knapp sechs Prozent der Senioren kritische Arzneimittel.

Viele Arzneimittelgruppen betroffen
Die Reihe der Medikamente auf der Priscus-Liste ist lang und umfasst 18 oft verschriebene Arzneimittelgruppen. Darunter finden sich unter anderem Schmerzmittel, Gerinnungshemmer und Medikamente gegen Bluthochdruck. Zudem sind mehrere Antidepressiva und Beruhigungsmittel gelistet. So ist zum Beispiel das häufig verschriebene Antidepressivum Amitriptylin für ältere Menschen ungeeignet. Mit der Einnahme steigt bei ihnen das Risiko für das Auftreten des deliranten Syndroms mit Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen sowie für Hüftfrakturen und Thromboembolien. Die Autoren empfehlen stattdessen beispielsweise Mirtazapin oder einen Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Citalopram – nicht aber Fluoxetin. Denn dieses gerne verordnete SSRI steht selbst auf der Priscus-Liste: Es kann bei Senioren zu einem niedrigen Natriumspiegel im Blut führen.

Sich schlau machen
Die Priscus-Liste finden Sie unter http://priscus.net/download/PRISCUS-Liste_PRISCUS-TP3_2011.pdf. Wenn Sie ein kritisches Medikament erhalten, setzen Sie es bitte nicht eigenmächtig ab, sondern wenden Sie sich an Ihren Arzt und besprechen Sie mögliche Alternativen. „Im Einzelfall können Medikamenten von der Priscus-Liste auch notwendig sein, etwa bei Unverträglichkeit von Therapiealternativen“, betonen die Studienautoren. Insofern könne nicht grundsätzlich auf die Verordnung von potentiell ungeeigneter Medikamente bei älteren Patienten verzichtet werden.

Quellen:
Linder R. et al.: Ärztliches Verordnungsverhalten von potenziell inadäquaten Medikamenten für ältere Menschen - Eine Potenzialanalyse anhand der PRISCUS-Liste auf Basis von TK-Routinedaten. Deutsche medizinische Wochenschrift (2014)
Holt S. et al.: Priscus-Liste potentiell inadäquater Medikation für ältere Menschen. Deutsches Ärzteblatt international (2010)
Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse vom 14.10.2015

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>> Softdrinks - Fruchtzucker schädigt das Herz
München (netdoktor.de) - Lange wurde Fruktose als „gesunder Fruchtzucker“ angepriesen. Nun mehren sich die Hinweise, dass der Süßmacher der Gesundheit eher abträglich ist. Vor allem Menschen mit Bluthochdruck sollten davon möglichst wenig konsumieren – denn Fruchtzucker scheint bei ihnen die Vergrößerung des Herzmuskels zu fördern. Eine mögliche Konsequenz: Herzversagen.

Wenn der Blutdruck steigt, braucht das Herz mehr Kraft, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Die Folge: Der Herzmuskel verstärkt sich und wächst. Um effektiv zu arbeiten, benötigt er dann nicht nur mehr Energie, sondern auch mehr Sauerstoff. Und wenn der knapp wird, können die Herzzellen ihre Energie nicht mehr aus Fettsäuren gewinnen, sondern nur noch aus Zuckern – und hier kommt die Fruktose ins Spiel.

Teufelskreislauf ohne Bremse
An dieser Stelle des Stoffwechsels gibt es einen molekularen Mechanismus, den Peter Mirtschink von der ETH Zürich und seine Kollegen kürzlich entdeckt haben: Der Sauerstoffmangel im Herz regt die Produktion eines bestimmten Enzyms an, der Ketohexokinase-C (KHK-C). Sie ist der zentrale Arbeiter im Fructose-Abbau. Die Energie aus dem Fruchtzucker lässt die Herzmuskelzellen weiter wachsen, doch dann benötigen sie noch mehr Sauerstoff und ihr Bedarf an Fruchtzucker steigt weiter an. Ein Teufelskreislauf, denn es gibt keine Bremse für diesen Mechanismus.

Im Experiment mit Mäusen konnten die Forscher zeigen, dass Nager mit Bluthochdruck vermehrt KHK-C produzierten. Hemmten die Wissenschaftler das Enzym, stoppte auch das Herzmuskelwachstum. Außerdem fanden Mirtschink und sein Team im Herzgewebe von Patienten mit vergrößertem Herzmuskel ebenfalls große Mengen an KHK-C.

Auf frisches Obst muss und sollte aber trotzdem niemand verzichten. „Früchte enthalten neben der Fructose zahlreiche wichtige Spurenelemente, Vitamine und Ballaststoffe“, erklärt Mirtschink. Problematisch seien aber Fertigprodukte, Fruchtsäfte oder Softdrinks, die teilweise erhebliche Mengen an Fructose enthielten. Manchmal auch versteckt – als Saccharose oder Maissirup. „Schon dieser Überschuss kann bei Patienten mit Bluthochdruck dazu beitragen, dass der von uns beschriebene Mechanismus in Gang gesetzt wird“.

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>> Fettlösliche Vitamine A, D, E und K: Droht eine Überdosierung?

Vitamin A, D, E und K - diese vier Vitamine gelten als sogenannte fettlösliche Vitamine.
Bei ihnen wird immer wiedermal darauf hingewiesen, dass diese allenfalls mehr schaden als nützen: nämlich dann, wenn Sie über längere Zeit zu viel davon zu sich nehmen. Aber stimmt das wirklich?

Bei Vitamin A und D ist es tatsächlich so. Hier sollten Sie nicht überdosieren. Vitamin A brauchen Sie in vielen Fällen sowieso nicht als Nahrungsergänzungsmittel. Denn normalerweise können Sie hier Ihren Bedarf über eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise zu sich nehmen.

Vitamin D kann Ihr Körper selbst herstellen; er braucht dafür aber genügend Sonnenlicht. Damit hapert es aber häufig in unseren Breitengraden. Denn in den Wintermonaten steht die Sonne bei uns so ungünstig, dass das Licht oft nicht ausreicht. Im Sommer verhindert kräftiger Sonnenschutz häufig die Vitamin-D-Produktion. Ein Vitamin-D-Mangel kann durch einen einfachen Bluttest festgestellt werden. In diesem Fall brauchen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel; aber Vorsicht, halten Sie sich an die maximale Dosierungsempfehlung.

Vitamin E und K dagegen bergen keinerlei Gefahr. Denn es handelt sich zwar um fettlösliche Vitamine. Allerdings haben sie einen Vorteil: Ein Zuviel dieser beiden Stoffe kann vom Körper problemlos ausgeschieden werden - genauso wie es mit wasserlöslichen Vitaminen geschieht.
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>> Schmerzlinderung bei Kniearthrose - Hyaluronsäure besser als gedacht
Beschwerden bei Kniearthrose bekämpft man in der Regel mit verschiedenen Mitteln - mit Paracetamol, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Celecoxib sowie mit Hyaluronsäure und Corticosteroiden.

Forscher haben in einer Analyse mit über 30'000 Patienten die verschiedenen Behandlungen miteinander verglichen ("Annals of Internal Medicine", online). Die grösste Linderung verschaffte HYALURONSAEURE, am wenigsten wirksam war Paracetamol.

Patienten mit Kniearthrose bekommen unterschiedliche Tabletten verschrieben - mit und ohne Kortison. Von vielen Patienten gefürchtet, aber ebenso üblich, sind Spritzen ins Knie beispielsweise mit Hyaluronsäure. Ärzte sprechen von intraartikulärer Injektion. Doch, welche Therapie wirkt am besten?

Das wollte auch Raveendhara Bannuru vom Tufts Medical Center in Boston und ihr Team herausfinden. Sie verglichen die Effektivität gängiger Arthrosebehandlungen in einer Metaanalyse. Insgesamt flossen die Daten von 137 Studien mit über 33.000 Probanden in die Analyse ein.

Dabei stellten die Forscher folgende Therapien einander gegenüber: Wirkstoffe in Tablettenform wie Paracetamol, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und Celecoxib sowie entsprechende Scheinmedikamente. Außerdem Kortikosteroide, Hyaluronsäure und Placebos, die direkt ins Knie gespritzt wurden.

Am wirksamsten gegen Schmerzen waren die Spritzen ins Knie mit künstlich gewonnener Hyaluronsäure. Mit Abstand am wenigsten half in dieser Hinsicht Paracetamol.

Die Funktionalität der Knie hingegen verbesserte sich maßgeblich bei allen Therapieformen. Einzige Ausnahme waren die injizierten Kortikosteroide. Sie wirkten nicht besser als ein Placebo.

Insgesamt waren die Behandlungen mit Spritzen den Tabletteneinnahmen überlegen. Das könnte auch daran liegen, dass die Placebowirkung von Spritzen möglicherweise stärker ist als die von Tabletten, mutmaßen die Forscher. Aus der Placeboforschung ist bekannt, dass spektakulärere Maßnahmen einen größeren Effekt entfalten.

Allerdings bergen die Injektionen auch einige Risiken: Gelangen Keime ins Gelenk, können nur schwer zu behandelnde Entzündungen entstehen.

Wirksame Schmerzlinderung
Dass die Behandlung mit Hyaluronsäure die beste Wirkung gegen Schmerz entfaltete, ist ein besonders interessantes Ergebnis. Denn bisher fehlten Studien, die ihre Wirkung nachdrücklich belegen. Viele Experten ziehen eine derartige Behandlung deshalb nicht in die engere Wahl.

Hyaluronsäure ist ein Stoff, den der Körper selbst produziert. Sie ist ein Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und dient als Schmiermittel und Stoßdämpfer. Bei Arthrose ist allerdings das Gleichgewicht von Abbau und Aufbau der Hyaluronsäure gestört. Dies soll die synthetisch hergestellte und ins Knie gespritzte Hyaluronsäure ausgleichen. Sie wirkt ebenfalls als Schmiermittel und soll das Knie beweglicher und die Knorpel gleitfähiger machen und so die Schmerzen lindern.

Die Zeit nagt an den Gelenken
Bei Arthrose, auch Gelenkverschleiß genannt, nutzt sich nach und nach die Knorpelschicht eines Gelenks ab. Besonders häufig sind die Kniegelenke betroffen. Die Mehrheit der Bevölkerung entwickelt im Laufe ihres Lebens eine Arthrose. Bis heute gibt es keine Heilung. Eine Linderung der Beschwerden und eine Verzögerung des Verschleißes ist jedoch möglich – auch mit einfachen Mitteln. Allen voran zu nennen ist nicht etwa Schonung, sondern Bewegung, am besten eine solche, die Gelenke nicht zu sehr belastet – beispielsweise Fahrradfahren. Sie sorgt dafür, dass der Gelenkknorpel ausreichend mit Gelenkflüssigkeit versorgt wird. (lm)

Quelle: Raveendhara R. Bannuru et al.: Comparative Effectiveness of Pharmacologic Interventions for Knee Osteoarthritis: A Systematic Review and Network Meta-analysis. Annals of Internal Medicine (2015) doi:10.7326/M14-1231

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>> Gute Verträglichkeit Pflanzliche Schmerzmittel als Alternative zu NSAR & Co?

Die medikamentöse Behandlung muskuloskelettaler Schmerzen erfolgt in der Routineversorgung überwiegend mit NSAR. Eine große Zahl schwerwiegender gastrointestinaler, kardiovaskulärer und renaler Nebenwirkungen - teilweise mit Todesfolge - ist die Konsequenz. Besonders bei älteren Patienten und bei chronischen Schmerzen stellen Phytoanalgetika möglicherweise eine verträglichere Alternative dar.

Allerdings sind sie – besonders in höheren und damit vermutlich wirksameren Dosen – noch unzureichend untersucht. Das Interesse der pharmazeutischen Industrie an der Finanzierung geeigneter Studien hält sich in Grenzen. Schließlich lassen sich Pflanzen nicht patentieren und somit ist das unternehmerische Risiko höher als bei synthetischen Präparaten.

„Von Kind an habe ich die Scheuermann Krankheit. Ich verbrachte damals drei Jahre im Eisenkorsett und nur drei Monate nach Beendigung dieser Behandlung befand ich mich wieder in einem genauso miserablen Zustand wie zuvor“, berichtet Prof. Sigrun Chrubasik, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Medizinisches Zentrum Bad Ragaz, Schweiz; Rechtsmedizin, Universität Freiburg i. Br. Aufgrund ihrer chronischen Schmerzerkrankung hat Chrubasik das analgetische Potenzial von Pflanzen nicht nur als Wissenschaftlerin und Ärztin ausgelotet, sondern auch als Patientin.

Weidenrinde – nachweislich wirksam bei akuten Schmerzen
„Die einzige Pflanzendroge, für die die Wirksamkeit bei akuten Schmerzen gut belegt ist, ist die Weidenrinde“, erklärt Chrubasik. Schmerzlindernd wirkt Weidenrinde (lat. salix alba) über die Hemmung von COX-1 und -2, Lipoxygenasen, Zytokinen und Hyaluronidase. Dazu kommen antioxydative Effekte. Magenblutungen habe man unter der Einnahme von Weidenrindenextrakten bislang nicht beobachtet. „Die darin enthaltenen Catechine wirken gastroprotektiv“, erläutert Chrubasik. Ein Einfluss auf die Blutgerinnung sei nur in höheren Dosen oder in Kombination mit Gerinnungshemmern zu erwarten. Bei Allergie gegen Acetylsalicylsäure sollte Weidenrinde nicht angewandt werden. Die in der deutschen Monografie angegebene Tagesdosis von 120 mg Salicin hält Chrubasik für viel zu niedrig, um einen ausreichenden schmerztherapeutischen Effekt zu erzielen. Im Selbstversuch habe sie bereits 720 mg/d gut vertragen und fordert geeignete Studien zur Sicherheit höherer Dosierungen.

Teufelskralle – verträglich wie Plazebo
Bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen wurde die Wirksamkeit von Wurzelextrakten der Teufelskralle (lat. harpagophytum procumbens) nachgewiesen. Wirkmechanismen sind dabei eine Hemmung von COX-2, Lipooxygenasen, Zytokinen, Elastase und antioxydative Effekte. Ein relevanter Einfluss der entscheidenden Wirkstoffe auf CYP3A4 und entsprechende Arzneimittelinteraktionen wurden, so Chrubasik, nicht beobachtet. Die Nebenwirkungsrate lag in den bisherigen randomisierten Doppelblindstudien mit 3% auf Plazeboniveau. Wirksamkeitsnachweise wurden nur für Tagesdosen von mindestens 50 mg Harpagosid erbracht [1]. Auch bei der Teufelskralle ist Chrubasik davon überzeugt, dass mit deutlich höheren Dosen eine stärkere schmerzlindernde Wirkung erreicht werden könnte. Auch hierzu fehlten jedoch die geeigneten Studien.

Hagebuttenpulver – Einnahmeabstand zu anderen Medikamenten beachten
In der Hagebutte wurden mehrere lipophile Wirkstoffe mit potenziell analgetischen Effekten wie die Hemmung von COX, Zytokinen, Elastase sowie antioxydativer Wirkung nachgewiesen. Chrubasik zufolge weisen mehrere exploratische Studien guter Qualität auf die Wirksamkeit eines dänischen Hagebuttenpulvers hin, das mittlerweile unter dem Warenzeichen LitoFlex® als Nahrungsergänzungsmittel im Handel sei. Nun müsse in weiteren Studien überprüft werden, ob die beobachteten Effektstärken für eine relevante klinische Wirkung ausreichen. Auch beim Hagebuttenpulver geht Chrubasik aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung von einer nach oben offenen Dosis-Wirkungsbeziehung aus. Sie empfiehlt, mit 10 g/d zu beginnen und dazu viel zu trinken, um Obstipation zu vermeiden. In Kombination mit anderen Medikamenten sei Vorsicht geboten, da diese stark an das Pulver binden. Ein Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden sei daher einzuhalten.
Unter GLA-reichen Ölen – meist Nachtkerzenöl - wurden vereinzelt epileptische Anfälle beobachtet. Ob hier wirklich eine kausale Beziehung besteht, ist nicht abschließend geklärt. sicht [3, 4].

Brennnessel innerlich und äußerlich
Man pflücke frische Brennnesselblätter und –blütenstände, gebe sie mit etwas Wasser in einen Topf und erwärme das Ganze auf ca. 70° C. Pürieren, nach Belieben würzen oder mit einem anderen Gemüse – etwa Spinat - mischen und fertig ist die Brennnesselmahlzeit. Exploratorischen Studien zufolge scheinen 50-100 g Brennnesselbrei pro Tag so wirksam zu sein wie Diclofenac. Chrubasik, die selbst klinische Studien mit Brennnesselbrei durchgeführt hat, ist auch hier wieder überzeugt, dass mehr auch mehr helfen würde. Bis das irgendwann einmal in geeigneten Studien überprüft ist, ermutigt die Expertin zum Selbstversuch. Auch von der äußerlich angewandten Brennnessel im Sinne einer Reiztherapie ist sie überzeugt: „Ich habe Rheumapatienten, die sich gerne in ein Brennnesselfeld legen. Am Anfang brennt es wie Feuer, aber dann fühlt man sich wie neu geboren.“
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>> Zahn als Schmerzursache

Es ist immer wieder faszinierend, welche Zusammenhänge in unserem Körper herrschen. So gehen viele Menschen davon aus, dass Schmerzen auf ein gesundheitliches Problem an genau dieser Stelle hinweisen. Doch dem ist nicht immer so.

Wenn Sie unter Beschwerden im Nacken, an den Knien oder am Becken leiden, sollten Sie weiter denken und, wenn ein Orthopäde oder Osteopath nichts findet, einmal einen Zahnarzt aufsuchen. Denn die Schmerzen können auch durch einen fehlenden Zahn oder einen schlecht sitzenden Zahnersatz ausgelöst werden.

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>> Vorbeugen - Schach dem Krebs -
Von Christiane Fux
Manchmal ist Krebs einfach Pech, mitunter eine Frage der Gene. Viel wichtiger aber ist, dass sich vier von zehn Tumoren mit dem richtigen Lebensstil vermeiden lassen.


Das Gefahren-Trio
Ob jemand an Krebs erkrankt oder nicht, bestimmen drei Faktoren: die Gene, der Lebensstil - und der Zufall. Letzterer entscheidet, ob ein Fehler im genetischen Code repariert wird oder die Zelle entartet. Ebenso ist es Glückssache, ob eine entartete Zelle eliminiert wird, oder zum Tumor heranwächst. Doch wie groß die Zahl der entarteten Zellen im Körper überhaupt ist, lässt sich erheblich beeinflussen - durch die Art und Weise, wie man sein Leben gestaltet.

Erbgut und Lebensstil gehen Hand in Hand. So schützen gute Gene bis zu einem gewissen Grad vor Krebs, wenn jemand Schindluder mit seinem Körper treibt. Und ein gesunder Lebensstil kann bewirken, dass ungünstige Gene ausgeschaltet und günstige aktiviert werden.

40 Prozent der Tumoren vermeidbar
Über diesen Mechanismus kann jeder einzelne sein persönliches Krebsrisiko erheblich beeinflussen. Wie sehr, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Queen Mary University in London. Ein Team um Max Parkin analysierte, wie groß der Anteil verschiedener Lebensstilfaktoren an den Krebserkrankungen des Jahres 2010 in Großbritannien war. Damals erhielten mehr als 300.000 Briten die Diagnose Krebs.

Die Auswertung verblüffte: Mehr als 40 Prozent der Krebsfälle wären mit einem gesünderen Lebensstil vermeidbar gewesen. "Viele Menschen glauben, dass Krebs Schicksal ist oder in den Genen steckt. Dass eine Art Lotterie darüber entscheidet, ob man erkrankt oder nicht", erklärt Studienleiter Parkin. "Wenn wir die Sache aber genauer betrachten, wird klar, dass 40 Prozent aller Krebsfälle von Dingen verursacht werden, die wir selbst in der Hand haben."

Das fängt beim Rauchen an und hört beim täglichen Herumlümmeln auf der Couch auf. Natürlich ist ein gesunder Lebensstil keine Garantie dafür, dass jemand nicht an Krebs erkrankt. Noch dazu sind manche Krebsarten weniger vom Lebensstil abhängig als andere, so etwa Hirntumoren.
Fazit für die Praxis
- Zusammenfassend gibt es eindeutig das Potenzial, durch Lebensstil und gesundes Verhalten das Krebsrisiko erheblich zu senken.
- Aufgrund von epidemiologischen Berechnungen könnten mehr als die Hälfte der Krebserkrankungen durch diese Faktoren verhindert werden.

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>> Früherkennung kann nutzen, aber auch schaden - Gute Information und hohe Qualität unerlässlich

Präventive Untersuchungen haben einen sehr guten Ruf, obwohl die Evidenz kaum für sie spricht. IQWiG-Chef Prof. Jürgen Windeler fordert eine nüchterne Bestandsaufnahme: Viele Maßnahmen nutzen seiner Ansicht nach nur den Ärzten.

Es gibt kaum eine medizinische Maßnahme, bei der die Diskrepanz zwischen gefühltem Wert und evidenzbasierter Bewertung so groß ist wie bei der Früherkennung oder „Vorsorge“. Ärzte und Patienten sind überzeugt, dass solche Untersuchungen gut sind. Die Nachteile sind vielen von ihnen dagegen nicht bekannt.

Aber tatsächlich ist es ganz anders: Screenings mit Windeltests auf kindliches Neuroblastom, mit Röntgen auf Bronchialkarzinom, mit Ultraschall auf Ovarialkarzinom erhöhten (!) in Studien Morbidität und Mortalität. Nicht etwa, weil die Tests selbst gefährlich sind, sondern weil der natürliche Verlauf falsch eingeschätzt wurde, die frühen Behandlungen riskanter waren als die Krankheit selbst und der besondere Nutzen einer frühen gegenüber einer späteren Behandlung überschätzt wurde.

Screening entdeckt neue Fälle. Aber unter diesen Fällen sind auch Patienten, die von ihrer Krankheit nie beeinträchtigt worden wären. Das ist nicht selten; bei einigen Krebsarten macht das die Hälfte aller entdeckten Fälle aus. Diese Menschen müssen nach einem Screening-Befund mit einer Krebsdiagnose und mit den negativen Folgen eigentlich überflüssiger Behandlungen leben. Überdiagnostik und Übertherapie sind das große Problem jeder Früherkennung.

Naive Sicht auf Prävention
Nimmt man die anderen Schäden wie falsch-positive und falsch-negative Tests hinzu, wird klar: Die Sicht „Früherkennung ist immer gut und wichtig“ ist naiv. Maßnahmen zur Früherkennung erfordern vielmehr eine genauso sorgsame Abwägung von Vor- und Nachteilen wie andere Interventionen, z. B. die Gabe von Arzneimitteln. Viele meinen, die Abwägung sei sogar noch kritischer zu führen, weil hier Gesunde angesprochen werden, für die per definitionem keine Indikation besteht.

Die nüchterne Bewertung fällt allerdings vielen schwer. Die Vorteile scheinen greifbar („gerade noch rechtzeitig“), die Nachteile sind dagegen sehr abstrakt. Aber sie sind deshalb nicht weniger real, und für die meisten Screening-Maßnahmen ist nicht klar, ob sie mehr Menschen nutzen als schaden. Das gilt nicht nur für die „Vorsorge“ von Krebs, sondern auch für andere „Check-ups“. Viele nutzen vorrangig den Anbietern.

Derzeit wird ein „Massen-Screening“ thematisiert und in Frage gestellt, und die ersten Trittbrettfahrer verweisen auf vermeintliche Defizite derzeitiger Tests und preisen ihre Innovationen an. Diese Diskussion geht völlig fehl und zeigt nur, dass wir von einer ehrlichen Debatte um den Nutzen von Früherkennung weit entfernt sind. „Masse“ besteht aus einzelnen Menschen, die jeweils sorgfältig informiert werden müssen und entscheiden sollen — nicht anders als einzelne Menschen, die einen Arzt zur Beratung aufsuchen. Sinnvolle Früherkennung sollte in einem strukturierten, qualitätsgesicherten Setting stattfinden, in dem eine angemessene Information gewährleistet werden kann — und nicht auf dem freien Markt, wo das finanzielle Interesse regiert, Desinformation verbreitet ist und manche Angebote mit ärztlichen Berufspflichten nicht vereinbar sind. Und wo es nicht sinnvoll erscheint, dass ein Test von der Kasse bezahlt wird, ist es genauso wenig sinnvoll, dass er gegen Cash als IGeL verkauft wird.

Zeitschrift: MMW - Fortschritte der Medizin 2014/11
publiziert am: 11.6.2014 10:30 Autor: Prof. Dr. med. Jürgen Windeler, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Quelle: Urban & Vogel (2014) DOI: 10.1007/s15006-014-3145-0

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>> Hohes Diabetesrisiko durch Weißbrot, Fleisch und Softdrinks
München (netdoktor.de) – Durch die richtige Ernährung lässt sich das Diabetesrisiko senken. Wer zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Fleischprodukte und Weißbrot weitgehend vom Speiseplan streicht, besitzt ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes, ergab eine Langzeit-Beobachtungsstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE).

Esst Gesundes!
Die Forscher um Janine Kröger und Matthias Schulze nahmen die Ernährungsgewohnheiten von Menschen aus sieben europäischen Ländern im Hinblick auf das Diabetesrisiko unter die Lupe. Insgesamt nahmen 340.234 Personen teil. Auf Fragebögen sollten die Probanden angeben, wie oft sie bestimmte Lebensmittel in den vergangenen zwölf Monaten verzehrt hatten. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug zwölf Jahre. In diesem Zeitraum erkrankten 12.403 Menschen an Typ-2-Diabetes.

Vor allem jene Ernährungsweisen, die durch einen geringen Verzehr von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken, Fleischprodukten und Weißbrot charakterisiert sind, waren mit einem verminderten Diabetesrisiko verbunden. „Die Risikominderung betrug 15 bis 35 Prozent, wenn jeweils die 20 Prozent der Teilnehmer mit der günstigsten Ernährungsweise mit den 20 Prozent der Teilnehmer mit der ungünstigsten Ernährungsweise verglichen wurden“, erklärt Janine Kröger, die Erstautorin der Studie gegenüber NetDoktor. Bei diesen Zahlen war die Wirkung der Ernährung auf das Körpergewicht schon herausgerechnet. „Berücksichtigt man, dass die Ernährung sich auch über einen Anstieg des Körpergewichts auf das Diabetesrisiko auswirkt, wäre die Risikominderung sogar noch stärker“, so Kröger.

Die Ergebnisse deckten sich außerdem mit Erkenntnissen aus anderen Beobachtungsstudien sowie klinischen Studien. In diesen beeinflusste etwa eine hohe Aufnahme von Getreideballaststoffen die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen günstig. „In Deutschland wie auch in anderen Ländern ist deutlich zu beobachten, dass Menschen, die regelmäßig Vollkornbrot anstelle von Weißbrot verzehren, seltener oder später an Diabetes erkranken“, erklärt Matthias Schulze, Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE.

Weltweite Diabetikerflut
Weltweit gibt es etwa 366 Millionen Diabetiker. Die überwiegende Mehrheit davon leidet an Typ-2-Diabetes. Experten schätzen, dass die Zahl der Erkrankten bis 2030 auf 552 Millionen ansteigen wird. In Deutschland leben etwa sechs Millionen Erwachsene, bei denen ein Diabetes diagnostiziert wurde. Über 90 Prozent davon sind dem Typ 2 zuzuordnen, nur etwa fünf Prozent dem Typ 1. (im)

Quelle: Kröger, J. et al.: “ Adherence to predefined dietary patterns and incident type 2 diabetes in European populations: EPIC-InterAct Study”, Diabetologia 2013; DOI: 10.1007/s00125-013-3092-9.
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>> Oft werden die Patienten erst beim Arzt krank - Das schweizerische Gesundheitswesen, ein stark wachsender Wirtschaftszweig

Die insgesamt 62.5 Milliarden Franken pro Jahr entsprechen 10.9 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Und das schweizerische Gesundheitswesen ist ein stark wachsender Wirtschaftszweig: es beschäftigt rund 600'000 Menschen - also etwa jeden achten Erwerbstätigen. Die medizinische Versorgung ist gut, aber das System ist auf Sand gebaut. Das Gesundheitswesen funktioniert heute nur, weil wir über die Hälfte der Fachpersonen importieren. Die Schweiz überlässt die Ausbildung Ihrer eigenen Gesundheitsfachleute den europäischen Nachbarn. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung benötigen alleine die Alters- und Pflegeheime bis im Jahr 2020 mind. 15'000 zusätzliche Angestellte.

Ausserdem könnte die Medizin besser sein. So wissen wir etwa aus onkologischen Studien, dass jemand vier Wochen länger überlebt, wenn er bestimmte Medikamente nimmt.
Wir wissen aber nicht, ob das vier gute oder vier schlechte Wochen sind
. Das macht es für den Arzt schwierig, mit den Patienten ein offenes Gespräch zu führen. Nach Meinung der meisten Fachleute braucht es dringend mehr Versorgungsforschung, die zum Beispiel untersucht, ob der medizinische Aufwand zu einem angemessenen Nutzen führt.

Oft werden die Patienten erst beim Arzt krank.
Der Grund dafür liegt im System: Patienten neigen dazu, im Zweifel lieber eine unnötige als gar keine Leistung zu beanspruchen. Denn Sie wollen ja für ihre bereits bezahlten Versicherungsbeiträge etwas bekommen. Und die Aerzte verdienen umso mehr, je mehr Patienten sie behandeln; dafür sorgen unter anderem die vor einem Jahr schweizweit eingeführten Fallpauschalen.

Viele Krankenhäuser geben ihren Angestellten vertraglich ein gewisses Umsatzwachstum vor: wenn ein Kniechirurg am Jahresende sein Soll an zu operierenden Patienten nicht erfüllt hat und Sie kommen mit ein bisschen Knieweh zu ihm, können Sie sich vorstellen, was dann passiert ?
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>> Lagerungsschwindel: Blick auf Vitamin-D-Wert lohnt sich - Vielleicht schützt Vitamin D vor Schwindelgefühlen.
Patienten mit gutartigem Lagerungsschwindel haben oft ein Vitamin-D-Defizit. Bei häufigen Rezidiven lohnt es sich, die Serumwerte zu messen und bei einem Mangel Vitamin D zu substituieren.

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass Patienten mit Osteoporose vermehrt unter benignem peripherem paroxysmalem Lagerungsschwindel (BPPS) leiden. Eine mögliche Erklärung könnten niedrige Vitamin-D-Spiegel sein, wie sie bei Osteoporose häufig auftreten.

Dies haben nun koreanische Forscher in einer Studie mit knapp 300 Patienten genauer untersucht (Jeong SH et al J Neurol 2012, Epub 25.10.). Wie Professor Marianne Dieterich auf der Fortbildungsveranstaltung Neuro Update berichtet hat, wurden zum einen die 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumwerte bei 100 Patienten mit idiopathischem BPPS gemessen, zum anderen bei 192 Kontrollpersonen ohne BPPS, die ein gleiches Alter und Geschlecht und einen vergleichbaren BMI aufwiesen.

Dabei zeigte sich, dass 40% der Kontrollpersonen einen normalen Vitamin-D-Spiegel hatten (über 20 ng/dl), aber nur halb so viele Patienten mit BPPS. Einen ausgeprägten Vitaminmangel (unter 10 ng/dl) fanden die Forscher bei den BPPS-Patienten sogar mehr als fünfmal so häufig wie bei den Kontrollpersonen (30 versus 5,7%).

Auch die Durchschnittswerte waren mit 14,4 versus 19,7 ng/dl bei den BPPS-Patienten deutlich niedriger. Die Unterschiede waren hochsignifikant, sagte die Neuroophthalmologin vom Klinikum Großhadern in München.

Kalzifizierung an Haarsinneszellen gestört?
Sie rät daher, bei Patienten mit rezidivierendem gutartigem Lagerungsschwindel den Vitamin-D-Spiegel zu kontrollieren und bei zu niedrigen Werten eine Substitution anzustreben. Ob diese etwas nützt, ist mit dieser Studie zwar nicht bewiesen. „Man macht mit der Substitution aber nichts falsch“, so Dieterich.

Möglicherweise sei bei Vitamin-D-Mangel die Kalzifizierung und Anlagerung der Kalzit-Kristalle an den Haarsinneszellen gestört. Diese könnten dann im Utrikulus leichter herunterfallen und in den hinteren Bogengang rutschen, was den Lagerungsschwindel begünstigen würde, sagte Dieterich.
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>> Cholesterinsenker: Muskelzellen geht der Sprit aus - Sportler mit Schmerzen

München (netdoktor.de) – Muskelschmerzen sind eine häufige und besonders unangenehme Nebenwirkung bestimmter Cholesterin senkender Medikamente. Vor allem körperlich aktive Patienten leiden darunter. Dänische Forscher haben eine mögliche Ursache für die Schmerzen gefunden.

Wunderwaffe verliert an Glanz
Einst galten sie als Wunderwaffe gegen zu hohe Cholesterinwerte: Die sogenannten Statine hemmen ein Enzym, das für die Bildung körpereigenen Cholesterins benötigt wird. Sozusagen als Ersatz nehmen die Körperzellen deshalb vermehrt LDL-Cholesterin aus der Blutbahn auf, wo das Fett-Eiweiß-Molekül Schaden anrichten würde. Hohe LDL-Cholesterinwerte gelten schließlich als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall.

Ein besonderes Problem der Statine sind die Muskelschmerzen, unter denen viele Patienten leiden. Vor allem körperlich aktive Menschen klagen darüber - unter aktiven Sportlern seien bis zu 75 Prozent von dieser Nebenwirkung betroffen, sagt der dänische Biomediziner Prof. Flemming Dela. Das bringe die Patienten in einen für die Behandlung ungünstigen Konflikt: "Sollen sie den Spor
aufzugeben oder das Medikament absetzen? Beides wäre keine gute Wahl."

Dela und sein Team haben sich auf die Suche nach möglichen Ursachen für die Beschwerden gemacht. Die dänischen Forscher fanden heraus, dass Statine wie der auch in Deutschland besonders beliebte Wirkstoff Simvastatin die Energieversorgung der Zelle behindern. Auf diesen "Hungerzustand" reagierten die Zellen mit Schmerzen und Schwäche, glaubt Dela nach Auswertung seiner Studie, die jetzt im renommierten "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlich wurde.

Als seltene Nebenwirkung kann während der Behandlung mit Statinen sogar ein großflächiger Zerfall von Muskelgewebe auftreten, die sogenannte Rhabdomyolyse. Ob die gestörte Energieversorgung auch hierbei eine Rolle spielt, ist allerdings noch nicht geklärt.

Fiktion und Wirklichkeit
Wie im Studienland Dänemark stehen auch in Deutschland die Statine auf Platz 1 der Lipid senkenden Medikamente. Laut Bundes-Gesundheitssurvey zum Arzneimittelgebrauch in Deutschland machen die Wirkstoffe rund 80 Prozent aller Verordnungen in diesem Bereich aus. Den Nutzen - zumal in einer sogenannten Monotherapie, also ohne Verordnung eines weiteren Wirkstoffs mit anderem Ansatzpunkt - sehen Forscher kritisch. Wenn nur die Cholesterinwerte erhöht sind und weitere Risikofaktoren fehlen, sei "der Nutzen von Statinen marginal", kritisiert Flemming Dela.

Quelle: S. Larsen, F. Dela et al.: "Simvastatin Effects on Skeletal Muscle - Relation to Decreased Mitochondrial Function and Glucose Intolerance", Journal of the American College of Cardiology, January 201
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>>>Immunschwäche - Weniger Infekte mit Vitamin D

Menschen mit Abwehrschwäche nützt offenbar Vitamin D in hohen Dosen. Die Prophylaxe beugt Atemwegsinfekten vor und senkte den Antibiotikaverbrauch - zumindest in einer Studie.

STOCKHOLM. Zur Prophylaxe von Erkältungskrankheiten haben schwedische Forscher der Karolinska-Universitätsklinik in Stockholm 140 immundefiziente Erwachsene ein Jahr lang mit 4000 IU Vitamin D pro Tag oder Placebo behandelt (BMJ open 2012, online 13. Dezember).

Als primärer Endpunkt diente ein zusammengesetzter Score mit fünf Parametern: Symptome der Atemwege, Ohren und Nebenhöhlen, Krankheitsgefühl und Einnahme von Antibiotika.

Jeder Parameter brachte einen Punkt pro Tag; eine Pneumonie schlug mit drei Zusatzpunkten täglich über eine Woche zu Buche. Dieser über zwölf Monate ermittelte Gesamtscore konnte durch die Hochdosistherapie im Vergleich zur Placebogruppe um nahezu ein Viertel gesenkt werden.

So verringerte sich der Wert für den einzelnen Patienten bei regelmäßiger Einnahme der Vitamintropfen um durchschnittlich 47 Punkte (202 gegenüber 249 Punkten).
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>> Welche Strategien beugen Demenz vor? Psychiater lernen zunehmend von den Risikofaktoren - und entwickeln daraus neue Präventionen.
Von Thomas Müller

BERLIN. Viele Menschen wissen inzwischen zwar, wie sie das Herz fit bekommen, nicht aber, was nötig ist, um auch das Gehirn möglichst lange gut in Schuss zu halten. Daran hat Professor Frank Jessen vom Uniklinikum Bonn erinnert. Dabei sei es gerade bei Demenz wichtig, sämtliche Präventionsmaßnahmen auszuschöpfen, es gebe bislang ja keine Therapien, um den Beginn der Erkrankung zu verzögern oder gar zu verhindern.Würde es nur gelingen, eine Demenzerkrankung im Schnitt um fünf Jahre hinauszuzögern, ließ sich etwa die Hälfte der Kosten sparen, die für Demenzkranke nötig sind, weil viele dann vor Beginn der Pflegebedürftigkeit an anderen Ursachen sterben, sagte Jessen auf dem Kongress der DGPPN in Berlin.
Depression verdoppelt das Risiko
Es sei daher wichtig zu wissen, welche vermeidbaren Faktoren den größten Einfluss auf die Demenzrate haben. Aufschluss ergeben einige Studien und Modellrechnungen.Der Psychiater nannte eine Berechnung, bei der die Risikofaktoren für eine Demenz entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet wurden.

So ist nach Studiendaten bei Hypertonikern das Risiko für eine Demenzerkrankung um etwa 60 Prozent erhöht, wegen der nicht allzu hohen Prävalenz im mittleren Lebensalter von etwa 9 Prozent lassen sich aber nur etwa 5 Prozent der Demenzfälle auf eine Hypertonie in dieser Lebensspanne zurückführen.

Weit stärker ins Gewicht fällt dagegen eine Depression: Sie verdoppelt das Demenzrisiko. Zusammen mit der hohen Prävalenz (etwa 13 Prozent) lässt sich hier ein Anteil von 11 Prozent an den Demenzerkrankungen berechnen.

Noch höher ist Anteil, der einer körperlichen Inaktivität (knapp 13 Prozent) oder dem Rauchen (14 Prozent) zugeschrieben wird. Die meisten Demenzerkrankungen (19 Prozent) lassen sich offenbar durch mehr Bildung und geistige Aktivität verhindern.

Insgesamt könnte durch vermeidbare Risikofaktoren etwa jede zweite Demenzerkrankung vermieden werden - das nutzbare Präventionspotenzial sei also durchaus hoch, so Jessen.

Eine ähnliche Reihenfolge ergibt sich, wenn man berechnet, wie viele der weltweit jährlich etwa 8 Millionen Demenz-Neuerkrankungen sich vermeiden ließen.

Hier kommen die Autoren einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Analyse zur Schlussfolgerung, dass es jährlich etwa 1,5 Millionen Demenzkranke weniger gäbe, wenn die Zahl der geistig trägen Zeitgenossen um 25 Prozent zurückginge.

Würde ein Viertel der Raucher von ihrem Laster lassen, hätte man 1,2 Millionen Demenzkranke weniger pro Jahr, bei einem vergleichbaren Rückgang der körperlich Inaktiven und Depressiven wären es jeweils eine Million weniger.
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>>> Krebs: Selen beeinflusst die Heilung - Zusätzliche Gabe des Spurenelements könnte überlebenswichtig sein - Pressestelle Deutsche Krebshilfe e. V.
Berlin (gb) – Zu wenig Selen im Körper mindert offenbar die Überlebenschancen von Krebspatienten. Dies haben Forscher der Charité Universitätsmedizin Berlin im Rahmen einer Studie bei Betroffenen mit einem Nierentumor entdeckt. Nun wollen sie untersuchen, ob Krebspatienten von einer zusätzlichen Gabe Selen profitieren würden. Diese Erkenntnisse bieten eine aussichtsreiche Perspektive, um die Patienten besser und noch individueller abgestimmt zu therapieren. Die Deutsche Krebshilfe hat das Forschungsprojekt in Berlin mit 305.000 Euro unterstützt.

Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement und spielt bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle. Leider kommt natürliches Selen in Mitteleuropas Böden kaum vor. Gesundheitsbewusste Menschen decken daher ihren täglichen Selenbedarf über eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Selen kommt vor allem in tierischen Nahrungsmitteln vor, da es bei der Zucht aktiv dem Futter zugesetzt wird. Hierzu zählen Fleisch und Fisch, Milch oder Eier. Ist die Ernährung jedoch zu einseitig oder liegt eine andere Erkrankung vor, die den Selenstoffwechsel stört, so kann es zu einem Selenmangel kommen. Zu wenig Selen gilt als Risikofaktor für bestimmte Krankheiten, wie Krebs, Autoimmunerkrankungen oder Infektionen.

Die Wissenschaftler um Professor Dr. Lutz Schomburg von der Charité -Universitätsmedizin Berlin haben den Selenstatus von Nierenkrebspatienten analysiert und einen deutlichen Zusammenhang zwischen Selenmangel und der Schwere der Tumorerkrankung gefunden. „Patienten mit Nierenzellkarzinom wiesen ein deutliches Selendefizit auf“, erläutert Schomburg. „Noch ist unklar, ob der geringe Selenwert im Körper der Tumorpatienten auf die Erkrankung selbst zurückzuführen ist oder ein generelles Krebsrisiko darstellt. Möglicherweise ist es eine Kombination von beiden Faktoren.“

Die Forscher konnten feststellen: Je schwerer der Selenmangel bei der Diagnose ausgeprägt war, desto geringer waren die Überlebenschancen von Patienten mit einem Nierenzellkarzinom im Laufe der nächsten fünf Jahre. „Aufgrund dieser Ergebnisse stellt sich die Frage, ob diesen Patienten die zusätzliche Gabe von Selen hätte helfen können“, erklärt Schomburg. „Hier ist aber generell Vorsicht geboten, denn wir verstehen die Wirkung von Selen-Supplementationen noch nicht ausreichend. Nach wie vor besteht erheblicher Forschungsbedarf.“

Europäer haben im Durchschnitt einen deutlich geringeren Selenstatus als US-Amerikaner. Daher tragen sie auch ein höheres Risiko, durch eine schwere Erkrankung ein massives Selendefizit zu entwickeln. „Dieser Gefahr muss in der Klinik bei Krebspatienten mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden", so Schomburg weiter. „Denn eine angemessene und individualisierte Selengabe könnte sich als überlebenswichtig herausstellen.“ Aber auch hier gelte angesichts der hohen biologischen Wirksamkeit von Selen eine besondere Vorsicht, besonders, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Ein solcher Therapieansatz müsste durch ein aufmerksames und engmaschiges Monitoring begleitet werden.

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Diese Erkenntnisse könnten als Grundlage für neue und innovative Behandlungskonzepte gegen Krebs dienen. Daher wird die Deutsche Krebshilfe auch weiterhin Projekte wie dieses fördern, um die Versorgung krebskranker Menschen weiter zu verbessern.“

Hintergrund-Information: Selenversorgung
Auf Europas Agrarflächen kommt Selen nur in geringen Mengen vor. Europa gilt daher als mangelversorgt. In den USA, Südamerika und vielen asiatischen Ländern ist dies anders. Viele der dort vorkommenden pflanzlichen Agrarprodukte sind selenreich. Die Notwendigkeit der Selenversorgung für den gesunden Erwachsenen ist jedoch umstritten. US-amerikanische Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem relativ niedrigen Selenstatus ihr Krebsrisiko durch zusätzliches Selen verringern können.
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>> Wassermangel: Schon leichter Flüssigkeitsverlust schlägt aufs Hirn
München (netdoktor.de) - Der Mensch besteht zu über 90 Prozent aus Wasser. Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel hat geistige Konsequenzen: Denkleistung, Energielevel und Stimmung verschlechtern sich bereits bei leichter Unterversorgung messbar. Dazu reicht eine 1,5 prozentige Dehydrierung aus, haben Forscher der University of Connecticut herausgefunden.

Nicht nur beim Sport und bei großer Hitze, auch im Alltag sollte man seinen Flüssigkeitspegel im Blick behalten, erklärt Studienleiter Lawrence E. Armstrong. "Durst haben wir bei einem ein- bis zweiprozentigen Wasserverlust noch nicht", sagt der Wissenschaftler. Doch auf diesem Niveau zeigten sich bereits erste Probleme.

Kopfweh und Konzentrationsprobleme
Für die Untersuchung rekrutierten die Forscher 51 junge Frauen und Männer, die sie auf Laufbändern schwitzen ließen. Anschließende Befragungen und kognitive Tests offenbarten, dass die jungen Leute unter Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsproblemen litten. Auch der Arbeitsspeicher des Gedächtnisses arbeitete schlechter als üblich. Zudem dämpfte die Dehydration die Stimmung der Teilnehmer.

Vorangegangene Untersuchungen hatten gezeigt, dass Nervenzellen im Gehirn Wassermangel erkennen und daraufhin auch die Stimmung justieren. Dieser Prozess könne eine Art Frühwarnsystem darstellen, der weiteren Wasserverlust verhindern soll.


>> Alte Menschen sind besonders anfällig für eine Mangelernährung
Bundesweit wurden im Jahr 2010 mehr als 17.000 Krankenhausbehandlungen mit der Haupt- oder Nebendiagnose Mangelernährung abgerechnet. 2008 waren es noch rund 11.000 Fälle. Meist stellten die Ärzte einen Eiweiß- oder Vitaminmangel fest, wenn andere Haupterkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche oder ein Oberschenkelhalsbruch behandelt wurden. "Der drastische Anstieg der Senioren mit einer Mangelernährung ist erschreckend und setzt sich leider auch 2011 fort", erklärt DAK-Krankenhausexperte Peter Rowohlt. "Wir rechnen in diesem Jahr mit mehr als 21.000 Klinikbehandlungen, in deren Verlauf ein Mangel an Nährstoffen diagnostiziert wird." Dies beeinflusst die Behandlung der Haupterkrankung meist negativ und treibt auch die Kosten nach oben. Die Diagnose einer Mangelernährung verteuert einen Krankenhausfall im Durchschnitt um 3.000 Euro. Die DAK rechnet daher allein in diesem Jahr mit Mehrausgaben von bis zu 60 Millionen Euro, die durch Mangelerkrankungen ausgelöst wurden.

Alte Menschen sind besonders anfällig für eine Mangelernährung, weil mit den fortschreitenden Lebensjahren der Appetit nachlässt und das Geschmacksempfinden sich verändert. Auch chronische Krankheiten, die im Alter häufiger auftreten, können eine Mangelernährung begünstigen. Eine mangelhafte Ernährung kann weitreichende Folgen haben. Das fängt bei Müdigkeit, Schwäche und vermehrter Infektanfälligkeit an und kann bis zur Störung wichtiger Organfunktionen sowie zum Tode führen.
Mangel- und Fehlernährung zählen zu den häufigsten und am wenigsten beachteten Erkrankungen bei alten Menschen. Experten schätzen, dass in der Altersgruppe 60 plus etwa 1,6 Millionen Bundesbürger (von insgesamt 19,4 Millionen) unter chronischer Mangelernährung leiden. (im)
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>> Alte lassen Kosten nicht explodieren. Der demografische Wandel führt zu einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen? Stimmt nicht, sagen jetzt Experten. Eine große Herausforderung stellen aber die vielen Demenzkranken dar.

BERLIN. Die Menschen werden immer älter und damit steigt die Anzahl altersbedingter Krankheiten: Die bisher von Experten erwartete Kostenexplosion im Gesundheitssystem wird es dennoch nicht geben. Das geht aus dem aktuellen Versorgungs-Report 2012 "Gesundheit im Alter" des Wissenschaftlichen Instituts (Wido) der AOK hervor.
Demnach steigen die Gesundheitsausgaben aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung bis 2050 um 19 Prozent. Das entspricht laut Report einem Ausgabenplus von 0,4 Prozent pro Jahr.

Gesamtanstieg größer als nur bei den Alten
Zum Vergleich: Zwischen 2005 und 2009 sind die Ausgaben der GKV im Jahresmittel um 3,7 Prozent gestiegen.
Die höhere Lebenserwartung ziehe durchaus höhere Kosten mit sich, aber bei weitem nicht in im Ausmaß einer Kostenexplosion, betonte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber.
Doch nicht in allen Aspekten gibt der Report Entwarnung: Die Zahl der Demenzerkrankten werde bis 2050 deutlich zunehmen. Bis zu 1,4 Millionen Deutsche lebten heute mit einer Demenzerkrankung.
Von 100 Menschen, die älter sind als 80 Jahre, sei jeder Fünfte betroffen. "2050 werden wir es mit bis zu drei Millionen Demenzerkrankten zu tun haben - 90 Prozent davon pflegebedürftig", so Klauber.
Er forderte daher eine Entsigmatisierung der Krankheit. "Erste Symptome werden oft verleugnet und selbst von den Hausärzten nicht richtig eingeordnet", betonte der Wido-Geschäftsführer.
Insgesamt müssten sich die Gesundheitsberufe auf die älteren Menschen besser einstellen. Dabei sei für die Älteren keine andere Medizin notwendig, jedoch sei es notwendig, dass Ärzte sich mehr Wissen über die Besonderheiten geriatrischer Patienten aneigneten.

Noch immer erhielten vier Millionen Patienten über 65 mindestens "ein problematisches Medikament, bei dem die Nachteile den Nutzen übersteigen", heißt es in dem Report.

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>> Ärzte behandeln sich selbst anders als ihre Patienten

Eine im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie zeigt, dass Ärzte bei sich selbst und ihren Angehörigen ganz andere – nämlich zurückhaltendere – Therapieentscheidungen treffen, wenn sie selbst von einem gesundheitlichen Problem betroffen sind (Quelle: Newsletter des Deutsches Ärzteblattes v. 12. April 2011).
Verhalten statt Operation ging, selbst wenn diese Entscheidung mit höherem Risiko einherging, an der Krankheit zu sterben, aber eben auch mit einem Verzicht auf gravierende Nebenwirkungen.
Bei einer mit durch sehr starke Nebenwirkungen belasteten Immunbehandlung verzichteten 62,9 % der Mediziner angesichts der Nebenwirkungen lieber darauf, während sie ihren Patienten in nur 48,5 % davon abrieten.

Während Ärzte ihre Patienten aggressiver und bedenkenloser zu therapieren gewillt sind, halten sie sich im eigenen Krankheitsfalle auffallend zurück und suchen eher andere Wege als die, die sie den Patienten empfehlen. Das ist die Schlussfolgerung dieser Studie.

Solches hatte man schon lange vermutet. Dass die Diskrepanz aber so ausfällt wie es die jetzt publizierte Studie zeigt, ist bemerkenswert.

Dies alles erhärtet meine Empfehlung, die ich schon mehrfach ausgesprochen habe und sowohl in meinen Vorträgen als auch Publikationen immer wieder betone: in Zweifelsfragen ist den Patienten dringend zu raten, sich eine Zweitmeinung einzuholen, am besten aus ganzheitsmedizinischer Sicht, bevor sie sich einer Behandlung unterziehen, hinter der sie mit ihrem Bauchgefühl nicht stehen können.
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>>> Diese häufig verordneten Medikamente erhöhen Ihren Vitaminbedarf!
Medikamente sind für viele Menschen unverzichtbar und teilweise lebensnotwendig. Dennoch birgt ihre Anwendung - neben den bekannten Nebenwirkungen - auch eine Reihe eher unbekannter Gefahren. Denn Arzneimittel müssen im Körper auch wieder abgebaut und ausgeschieden werden. und dabei nutzen sie oft die gleichen Transport- und Stoffwechselwege wie Vitamine.

So stören Medikamente die Nährstoffversorgung:
Sie steigern die Ausscheidung von Vitalstoffen über den Urin. Sie verhindern die Aufnahme der Vitalstoffe im Darm. Sie behindern die Aktivität von Vitalstoffen im Körper. Wenn Sie nur kurzfristig auf ein Medikament angewiesen sind, besteht in der Regel keine Gefahr, dass Ihr Mikronährstoffhaushalt aus den Fugen gerät. Doch bei dauerhafter Einnahme drohen sog.ar regelrechte Mangelkrankheiten.

Vor allem ältere Menschen sind gefährdet
Besonders ältere Menschen sind von Nährstoffmängeln durch Medikamente bedroht. Das liegt daran, dass sie oft ohnehin schlechter mit Vitalstoffen versorgt sind (z. B. weil die Aufnahme im Darm mit steigendem Lebensalter schlechter funktioniert). Die Situation wird dadurch noch verschärft, dass viele Senioren mehrere Medikamente dauerhaft einnehmen müssen.

Die ersten Anzeichen eines Nährstoffmangels sind:
Müdigkeit Stimmungsschwankungen Konzentrationsschwäche Infektanfälligkeit Leistungsabfall Die häufigsten Vitalstoffräuber bei älteren Menschen sind die entwässernden Diuretika (eingesetzt bei Bluthochdruck), die cholesterinsenkenden Statine und die bei Magenproblemen angewendeten Säureblocker (Antazida).

Besonders riskant: Statine und Kortison

Entwässerungstabletten spülen viele Nährstoffe aus dem Körper
Gefährlich für wasserlösliche Vitalstoffe sind die gegen Bluthochdruck verordneten Entwässerungsmittel (Diuretika). Sie fördern die Urinausscheidung - was zwar den Blutdruck senkt, aber eben auch lebenswichtige Vitamine und Mineralien aus dem Körper herausspült (vor allem Vitamin B1, Magnesium, Kalium, Zink und Folsäure). Ein Mangel an diesen Mikronährstoffen kann fatale Folgen haben. Denn Zink ist unerlässlich für Zellteilungsprozesse im Körper. Magnesium und Kalium sind wichtig für die Funktion von Nerven- und Muskelzellen.
Ähnliches gilt für Abführmittel. Diese verkürzen die Zeit, die unsere Nahrung im Darm verbleibt. Deshalb werden die darin enthaltenen Nährstoffe nur in geringeren Mengen aufgenommen. Auer leidet so vor allem die Versorgung mit Kalium. Herzrhythmusstörungen können die schwerwiegende Folge sein. ch ein, was die Verstopfung nur noch verschlimmert.

Das Diabetesmittel Metformin schädigt Ihre Gefäße
Auch Diabetiker sind durch ihre Medikamente von Vitalstoffmängeln bedroht. Gegen die hohen Blutzuckerwerte nehmen viele Patienten den Wirkstoff Metformin ein. Das Arzneimittel unterdrückt die Blutzucker-Neubildung in der Leber. Es vermindert aber gleichzeitig auch die Aufnahme von Folsäure und Vitamin B12 im Darm, wie eine Studie an 745 Diabetes-Patienten des niederländischen Bethesda General Hospital in Hoogeveen im Jahr 2004 zeigte. 390 Patienten erhielten 16 Wochen lang Metformin. Im Vergleich zu einer etwa gleich großen Kontrollgruppe, die nur ein Scheinpräparat (Placebo) erhielt, sank der Vitamin-B12-Spiegel im Blut um 14 %. Auch der Folsäure-Spiegel der Patienten war durchschnittlich um 7 % erniedrigt.
Ist Ihr Körper nicht ausreichend mit Vitamin B12 und Folsäure versorgt, reichert sich im Körper ein giftiges Stoffwechsel-Abbauprodukt an, das Homocystein. ünstigt eine Arteriosklerose.

Ganz wichtig bleibt - besonders wenn Sie dauerhaft auf Medikamente angewiesen sind - eine vitalstoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. So lassen sich viele Mangelerscheinungen von vornherein abfedern.