Die Aufgabe der acht B-Vitamine im Überblick

Vitamin B1 (Thiamin):

Vitamin B1 ist Teil eines riesigen Heeres von Enzymen, die Kohlenhydrate aus der Nahrung in kleinste, verwertbare Energie-Zuckermoleküle (Glukose) aufspalten. Sobald es im Körper an Vitamin B1 mangelt, läuft der Spaltungsprozess von Kohlenhydraten in Glukose nicht optimal. Nerven und Gehirn sind aber auf die Zufuhr von Glukose angewiesen, nur daraus können sie Energie gewinnen. Unser Gehirn nimmt Energie aber nur in Form von Glukose auf. Bleibt der Glukosenachschub aus, werden wir zunächst unliebsam und reizbar, weil die Nerven förmlich nach Glukose schreien, danach müde, geistig träge und abgeschlagen. Neben der Energieproduktion ist Vitamin B1 auch selbst aktiv in der Leitung von Nervenimpulsen, also in der Vernetzung zwischen Gehirn und Muskelsteuerung. Jede Bewegung ist ein intensives, exaktes Zusammenspiel aus Nervenaktivität und Muskeln. Das ist z.B. der Grund dafür, warum Sie die Kontrolle über Ihre Bewegungen verlieren, wenn Alkohol Ihr Nervensystem außer Gefecht setzt. Wer schon einmal eine längere Diät gemacht hat, kennt wahrscheinlich das Gefühl, dass man sowohl unausstehlich wird als auch in gewissem Sinne ungeschickt. Dies liegt u.a. am fehlenden Vitamin B1 in den Nerven – die Bewegungen werden eckig und ruckartig, der harmonische Bewegungsablauf ist gestört. Dies ist u.a. der Grund, warum man im Rahmen einer Diät und bei sportlicher Betätigung auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B1 achten sollte. Gedächtnis, Lern- und Konzentrationsfähigkeit sind eng an das Vitamin B1 geknüpft. Vitamin B1 steigert daher die Gedächtnisleistung. So zeigen Studien mit älteren Menschen, dass sich deren Gedächtnisleistung deutlich verschlechtert, sobald sie unter Vitamin B1 Mangel leiden. 45 der Frauen und 61 der Männer erreichen nicht einmal die minimale Vitamin B1 Zufuhr. 80% des Vitamin B1 in Lebensmitteln geht heute in unserem Lebensmittel durch Be- und Verarbeitung verloren. Der Durchschnittsbürger nimmt ca. 5% seiner täglichen Kalorien in Form von Alkohol auf, und das vervielfacht den Bedarf an Vitamin B1.

Vitamin B2 (Riboflavin):
Sie fühlen sich häufig müde? Bei Vitamin B2 Mangel lahmt Ihre Energieproduktion. Sie haben Probleme, Fett zu verbrennen? Das Verbrennen der Fett-Hüftpolster ist bei einem Vitamin B2 Mangel fast unmöglich. Wer eine Diät mit verminderter Kalorienzufuhr durchführt, wir automatisch weniger Vitamine mit der Nahrung aufnehmen. Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, auf eine zusätzliche Vitamin B2 Zufuhr zu achten, damit die Pfunde purzeln können. Sie machen beim Sport zu schnell schlapp? Schon täglich 40 Minuten aerober Sport (Laufen, Schwimmen, Radfahren) verdoppelt Ihren Vitamin B2 Bedarf, um Fett zu Energie zu verbrennen. Funktioniert diese Fettverbrennung nicht, ermüden Sie schneller. Wenn Sie richtig aeroben Sport betreiben, wird nach ca. 20 Minuten Fett in Form von Energie verbrannt und damit erhöht sich der Vitamin B2 Verbrauch. Blutuntersuchungen bei Frauen, die regelmäßig 30-50 Minuten joggen, zeigen, dass der Vitamin B2 Blutwert abfiel. Die doppelte Menge Vitamin b2 war notwendig, um die Blutwerte zu normalisieren. Vitamin B2 schützt die Augen. In den Augen treten durch den Lichteinfall besonders viele freie Radikale auf. Diese führen zu einer Linsentrübung, wenn sie nicht abgefangen werden. Um dies zu verhindern ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B2 notwendig. Auch bei Migränepatienten zeigte sich bei Einnahme von hochdosiertem Vitamin B2 über einen längeren Zeitraum eine Besserung.

Vitamin B3 (Niacin):
Über 200 Enzyme sind Vitamin B3 abhängig. In der Energieprodukten, also der Verbrennung von Fetten und Kohlenhydraten läuft ohne Vitamin B3 nichts. Ein Mangel an Vitamin B3 kann zudem zu Schlaflosigkeit, Unruhe, Aggressivität, Depressionen, Angst und Migräne führen. Bei einem Mangel tritt bei Frauen vermehrt das PMS (Prämenstruelles Syndrom) auf. Vielfältige Studien belegen einen erfolgreichen Einsatz von Vitaminen bei Depressionen. Vitamin B3 ist zudem ein natürlicher Blutfettwertesenker (Cholesterinsenker). Vitamin B3 wird von neutralen Institutionen wie der „American Heart Association und dem staatlichen „National Institute of Health“ als gleichwertig mit anderen Blutfettsenkern aufgeführt. In einer der umgangreichsten Langzeitstudien zur Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit hohem Blutfettwerten zeigte sich, dass Vitamin B3 den medikamentösen Blutfettsenkern überlegen war.

Vitamin B6 (Pyridoxin):
Aktueller Studien zu Folge erreichen 53% der Männer und sogar 76% der Frauen in Deutschland nicht einmal die Minimalzufuhr an Vitamin B6, meist ohne dies zu wissen. Menschen, die unter Vitamin B6 Mangel leiden zeigen häufig die folgenden Symptome: Kopfschmerzen, aggressives oder depressives Verhalten, Apathie, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit, schuppig gerötete Haut, Ekzeme, rissige Lippen. In schweren Fällen: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Muskelabbau, Blutarmut, schwaches Immunsystem, Verringerung der weißen Blutkörperchen, der Antikörper und der Killerzellen.

Vitamin B6 ist vor allem für Sportler unverzichtbar, denn ohne dieses Vitamin kann Eiweiß aus der Nahrung oder Nahrungsergänzungsmitteln nicht zum Aufbau von Muskelmasse verwendet werden.

Vitamin B5 (Panthothensäure):
Vitamin B5 ist vor allem für schöne Haut und glänzendes Haar wichtig. Es ist zudem wichtig für den Energiestoffwechsel, ist beteiligt am Ab- und Umbau von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß, ist beteiligt an der Bildung der Sexual- und Wachstumshormone, wichtig für Haarwachstum, Pigmentierung der Haare und Stoffwechsel der Hautzellen. Zudem ist es entscheidend beteiligt an der Antikörperproduktion im Immunsystem.

Vitamin B6 (Biotin):
Dieses Vitamin wird landläufig auch als Vitamin H bezeichnet. Ein Mangel an diesem Vitamin führt häufig zu Müdigkeit und/oder Hautproblemen. Auch brüchige Nägel deuten auf einen Biotinmangel hin. Biotin ist zudem beteiligt an der Bildung von Hormonen.

Vitamin B9 (Folsäure):
Folsäure ist die „instabile Diva“ unter den Vitaminen, da sie keine Hitze (z.B. durch Kochen), keine Luft, keine Lagerung oder Säure verträgt. Beim Zubereiten und Lagern von Lebensmitteln, die Vitamin B9 enthalten, geht dieses lebenswichtige Vitamin daher meist zum großen Teil oder sogar vollständig verloren. Daher ist es fast unmöglich, sich durch die Nahrung mit Vitamin B9 ausreichend zu versorgen. Folsäure in Tablettenform ist dagegen hitze-, sauerstoff- und lagerstabil. Die Aufgaben von Folsäure im Körper: Beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz DNS, wichtig für das Wachstum, Entwicklung und Zellteilung, wichtig für die Blutzellenbildung im Knochenmark, beteiligt an der Schleimhauterneuerung, wichtig für Auf- und Abbau von Eiweißstrukturen: Abbau von Homocystein, einer der Hauptursachen für Herzinfarkte, Missbildungen, Frühgeburten. Ein Folsäuremangel kann zudem folgende Folgen haben: Fehlgeburten, Missbildungen bei Neugeborenen, Herzinfarkte, Müdigkeit und Depressionen. Bei älteren Menschen kommen noch eventuell Blutarmut und eine erhöhte Infektanfälligkeit dazu.

Vitamin B12 (Cobalamin):
Vitamin B12 ist u.a. an der Blutbildung beteiligt, dem Funktionieren des Immunsystems und verhindert/mildert Störungen des Nervensystems und psychische Probleme. Vitamin B12 Mangel kommt vor allem bei älteren Menschen und Vegetariern vor (da es natürlich in erster Linie in Fleisch- Fisch und Milchprodukten sowie Eiern vorkommt).


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