Ihre Vitamin-und Mineralstoff Versorgung
Alle vier Jahre gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Bestandsaufnahme der Ernährungssituation in Deutschland heraus. Dieser Ernährungsbericht zeigt auf, wie gut die Deutschen mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. Der Ernährungsbericht Nummer neun aus dem Jahr 2004 ist keinesfalls dazu geeignet, das Thema Ernährung beruhigt ad acta zu legen.

Im Gegenteil: Die Daten zeigen, dass die Deutschen von einer ausgewogenen, gesunden Ernährung noch weit entfernt sind. So essen alle Altersstufen im Schnitt zu viel Fett und zu viel Eiweiß, dafür aber zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Alkohol erfreut sich allzu großer Beliebtheit und wird über das gesundheitlich verträgliche Maß hinaus getrunken.

Alle Altersgruppen nehmen zu wenig Kalzium auf. An Magnesium mangelt es vor allem Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren. Die Versorgung mit Eisen ist besonders bei Mädchen zwischen 12 und 13 sowie bei Frauen unter 51 Jahren schlecht. Seinem Ruf als Jodmangelgebiet macht Deutschland auch im Ernährungsbericht 2000 alle Ehre: Männer wie Frauen nehmen zu wenig Jod zu sich.

Bei den Vitaminen hakt es bei den Vitaminen E, C, bei Betakarotin und Folsäure. Fazit: Die Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen betrifft in der Regel nicht nur eine einzelne Substanz, sondern mehrere. Wer einem Mangel vorbeugen oder einen vorhandenen Mangel beheben möchte, sollte daher auf eine vielseitige Ernährung achten. Wer sich zusätzlich mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen möchte, für den eignen sich Präparate mit einer ausgewogenen Mischung wichtiger Vitamine und Mineralstoffe.

Vitaminpräparate: Checkliste für den Kauf
Wer ein Multivitamin- und Mineralstoffpräparat sucht, hat die Qual der Wahl. Unzählige Präparate locken mit bunten Packungen. Was vor allem interessiert, sind aber die aufgedruckten Informationen. Zunächst ist zu prüfen, welche Vitamine und Spurenelemente das Präparat enthält. Da ein Vitaminmangel selten allein kommt, empfiehlt sich ein Mix mit breitem Spektrum.

Vor allem die Vitamine und Spurenelemente, an denen es häufig mangelt, sollte das Präparat enthalten - wie Vitamin C und E sowie Betkarotin und Folsäure. Der nächste Blick sollte der Dosierung gelten. Welche Mengen an Vitaminen und Spurenelementen enthält das Präparat? Ideal ist, wenn der Hersteller zusätzlich zu den absoluten Mengen auch noch Angaben in Prozent des Tagesbedarfs macht. Denn das verschafft einen gewissen Eindruck, wie hoch die Dosis tatsächlich ist. Es hilft zudem, das Preis-Leistungs-Verhältnis abzuschätzen. Zum Preisvergleich ist es auch sinnvoll, die Tagestherapiekosten auszurechnen: die Kosten also, die bei empfohlener Dosierung pro Tag entstehen.

Regelmäßige Einnahme ist das A & O
Zu fragen ist auch, ob die angegebene Dosierung praktikabel ist. Es ist nun einmal schwieriger, dreimal täglich an die Einnahme zu denken als einmal. Achtung: Es ist wenig sinnvoll, einmal am Tag sechs Tabletten einzunehmen, wenn die Empfehlung "dreimal zwei Tabletten" lautet. Denn gerade von wasserlöslichen Vitaminen kann der Körper nur eine begrenzte Menge auf einmal aufnehmen. Der Rest wird ungenutzt ausgeschieden. Es gibt Multivitaminpräparate, die dieses Problem ausgesprochen geschickt lösen: Sie enthalten diejenigen Vitamine, die der Körper nur portionsweise aufnehmen kann, in retardierter Form. Sie werden im Darm also erst ganz allmählich freigesetzt.

Tabletten, Kapseln oder Pulver?
Multivitamin-Präparate gibt es in den unterschiedlichsten Formen: Als Tabletten oder Kapseln, als Brausetabletten oder Pulver. Tabletten oder Kapseln haben den Vorteil, dass sie sich ohne größere Umstände einnehmen lassen. Pulver dagegen muss man erst irgendwo untermischen, Brausetabletten erst auflösen. Hinzu kommt: Nicht jeder kann sich mit dem Geschmack anfreunden. Doch wer Probleme mit dem Tabletten-Schlucken hat, wird diese beiden Varianten angenehmer finden.

Die wichtigsten Nährstoffe

Lebenswichtig: Vitamine und Mineralstoffe
Vitamine und Mineralstoffe sind die Zündstoffe im Stoffwechsel, ohne sie läuft nichts. Da sie so wichtig sind, braucht man sie täglich. Wer sich gesund und ausgewogen ernähren möchte, muss darum wissen, welche Nahrungsmittel Vitamine und Mineralstoffe enthalten und welche Funktion die einzelnen Nährstoffe besitzen.

Es gibt fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Fettlösliche Vitamine kann der Körper besser speichern als wasserlösliche. Was der Organismus an wasserlöslichen Vitaminen nicht aufnehmen kann, scheidet er zum großen Teil ungenutzt mit dem Urin aus. Von fettlöslichen Vitaminen legt der Körper dagegen umfangreichere Speicher an. Insgesamt gibt es 13 Vitamine.

Die wasserlöslichen sind:
Vitamin C (Ascorbinsäure)
Vitamin B1 (Thiamin)
Vitamin B2 (Riboflavin)
Vitamin B3 (Niacin bzw. Nicotinsäure)
Vitamin B6 (Pyridoxin)
Folsäure
Pantothensäure
Biotin
Vitamin B12 (Cobalamine)

Die fettlöslichen Vitamine:
Vitamin A (Retinol)
Vitamin D (Calciferol)
Vitamin E (Tocopherol)
Vitamin K (Phyllochinon)

Eine positive Wirkung auf den Körper haben auch die so genannten Karotinoide. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und geben beispielsweise Karotten, Tomaten, Paprika, Mais und Orangen ihre typischen leuchtenden Farben. Zu den Karotinoiden gehören über 600 verschiedene Stoffe. Die bekanntesten sind Lutein und Lycopin sowie Betakarotin, die Vorstufe von Vitamin A. Einige Karotinoide kann der Körper in Vitamin A umwandeln. Sie sind wegen ihrer antioxidativen Schutzwirkung bedeutsam.

Auch Mineralstoffe sind für den Körper unverzichtbar. Er braucht sie, um Gewebe aufzubauen - etwa das der Knochen - und um diverse Abläufe aufrechtzuerhalten. Je nach Menge im Körper und Bedarf werden Mengen- und Spurenelemente unterschieden.

Mengenelemente sind im Körper mit mehr als 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht vertreten. Der Körper braucht sie grammweise.

Zu den Mengenelementen zählen:
Magnesium
Kalium
Kalzium
Phosphor

Spurenelemente dagegen kommen im Körper nur in Bruchteilen vor, das heißt mit weniger als 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Der Bedarf liegt im Bereich von Mikro- bis Milligramm.

Zu den Spurenelementen gehören:
Jod
Eisen
Selen
Zink


Artikel aus der deutschen Aerztezeitung ONLINE