Die Gen-Technik und ihre Lobby
Von René Gräber

Die Gentechnologie und ihre Produkte erfahren in der Schweiz und Deutschland sowie weiten Teilen Europas eine eher bescheidene Akzeptanz - wenn überhaupt. Grund dafür sind begründete Befürchtungen, dass man hier mit einer Technologie „herumspielt“, die, ähnlich wie die Atomenergie, kaum beherrschbar ist.

Unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen haben zeigen können, dass genetisch veränderte Lebensmittel, wie Soja, Mais etc., bei Labor- und Nutztieren zu massiven organischen Veränderungen im Verdauungssystem geführt und auch die Fruchtbarkeit der Tiere zerstört haben.

Die mangelnde Akzeptanz der GVO (genetisch veränderte Organismen) beruht also nicht (nur) auf einer Voreingenommenheit gegenüber neuen Technologien, sondern auf ernstzunehmenden Warnungen seitens der Wissenschaft. Aber trotz der massiven Ablehnung scheinen die GVO nicht verschwinden zu wollen. Das ist mehr als verwunderlich, leben wir doch in einer Demokratie, die beansprucht, dass der Wille der Mehrheit zur Geltung kommt. Was oder wer also torpediert diesen Willen?

Unser genetisches Brot gib uns heute
Wenn neue Produkte auf den Markt kommen, dann werden sie von den gründlich kontrolliert, ob sie den Anforderungen der amtlichen Auflagen entsprechen. Dies hat dann zur Folge, dass z.B. verschiedene Heilpflanzen auf die Abschussrampe gelangen, weil sie, laut Auflagen, potentiell gefährlich sind, da sie nicht lange genug in Deutschland (und in der Schweiz) verzehrt worden sind. Diese Heilpflanzen (inklusive Heilpilze) sind zwar außerhalb der Schweiz und Deutschlands seit Jahrtausenden im Einsatz, aber diese Erfahrungen zählen hier nicht, weil es der Amtsschimmel so beschlossen hat.

Auf der anderen Seite gibt es immer wieder die Versuche, GVOs zu etablieren. Und weil sie neu sind, haben diese keine Jahrtausende an „Auslands- oder Inlandserfahrung“ auf dem Buckel. Sie werden aber mit größter Bereitwilligkeit als „Fortschritt“, als „Lösung für den Welthunger“ etc. gefeiert, ohne dass auch nur im Ansatz eine wissenschaftliche Absicherung dieser Aussagen vorliegen würde. Da ist es mehr als verwunderlich, wenn natürliche Heilpflanzen mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz und inzwischen auch wissenschaftlicher Dokumentation als „gefährlich“ eingestuft werden, auf der anderen Seite aber neue, unbewiesene und damit potentiell gefährliche GVOs als Notwendigkeit verhandelt werden.

Mit Wissenschaft hat dies nichts mehr zu tun. Kann es nicht. Denn die unabhängige Wissenschaft hat für viele Heilpflanzen zeigen können, dass sie alles andere als gefährlich und für den Menschen therapeutisch und prophylaktisch von hohem Nutzen sind. Die gleiche Wissenschaft hat auch das weiter oben beschriebene Szenario beobachten können, wo Labor- und Nutztiere durch die Verfütterung von GVOs (Mais, Soja etc.) dauerhaft geschädigt wurden. Und in jedem Fall wird diese Wissenschaft von den Behörden komplett ignoriert.

Ein weiteres Beispiel für die bodenlose Dreistigkeit und Unglaubwürdigkeit der „Gen-Experten“ ist die Frage nach dem Übergang von DNA-Bestandteilen von GVO als Futterpflanzen ins tierische Gewebe. Angeblich soll die Milch einer mit Gen-Futter gefütterten Kuh DNA-frei sein. Die unabhängigen Wissenschaftler jedoch konstatieren das genaue Gegenteil: DNA-Bestandteile sind in Fleisch, Milch und Fisch nachgewiesen worden. Nur weiß heute noch niemand, welche gesundheitlichen Auswirkungen es für den Verbraucher hat, wenn er zu seiner Milch, zu seinem Fleisch und Fisch auch noch ein paar DNA-Moleküle verschlucken muss.

Fazit
Die Liste an Experten und anderen Lügenheinis lässt sich beliebig lang fortsetzen. Die hier angegebenen Beispiele sind nur das Spitzenmolekül eines Eisberges. Dafür zeichnen sie aber ein deutliches Bild, wie es zugeht, in der Welt der „ wissenschaftlichen Experten“. Das hat mit Mehrheitsbeschluss oder gelebter Demokratie m.E. nichts mehr zu tun. Ist dies etwa die neue Diktatur der Lügner im Schutz von Behörden? Und wo man hinsieht, immer der gleiche Zirkus.

>>> 12.09.2012 - Interessante Aussage einer ETH-Agrarökologin:

Agrarkonzerne wie Monsanto oder Syngenta bestimmen, wer mit ihrem gen-technisch verändertem Pflanzenmaterial forschen darf, weil die Patente daran ihnen gehören.
Unsere ETH-Forschergruppe und eine Reihe von Kollegen erhalten von ihnen keine Forschungsmaterialien. Sie geben diese nur an handverlesene Wissenschafter, mit denen sie Publikations- und Mitspracherechte schriftlich vereinbart haben. Solche Forschung ist alles andere als unabhängig.